Vier der acht Jacken von «Common Goods» – Basis für die Musterentwicklung waren zwei Original-Holzmodel aus den 1920er-Jahren. Foto: Nici Jost
Vier der acht Jacken von «Common Goods» – Basis für die Musterentwicklung waren zwei Original-Holzmodel aus den 1920er-Jahren. Foto: Nici Jost

Geteiltes Wissen, geteilte Kleider

Die Jackenserie ‹Common Goods› der Textildesignerinnen Nadja Zürcher und Sara Liz Marty zeigt einen zukunftsweisenden Ansatz für den Umgang mit Material, Konsum und Besitz.

Text: Annina Weber
21.09.2024 08:00

Am Anfang des Projekts ‹Common Goods› stehen die Sehnsucht nach radikaler Langsamkeitund die Liebe zum Handwerk: Auf der Suche nach in der Schweiz produzierten Textilien und Fasern stossen Nadja Zürcher und Sara Liz Marty, zwei Textildesignerinnen, die die Mechanismen des Modemarktes hinterfragen, auf Matteo Gehringer. Der Kunsthistoriker hat zum Handwerk seiner Vorfahren gefunden – er beherrscht als einer der Letzten das Handwerk des Tessiner Blaudrucks. «Unser Ziel war zunächst, dieses Handwerk zu dokumentieren und zu archivieren, weshalb wir einen Film über ihn machten», erklärt Nadja Zürcher. Danach experimentierten die beiden Frauen zwei Jahre lang mit dem von Gehringer erlernten Wissen und suchten nach einer Neuinterpretation des alten Handwerks.

Jackenserie ‹Common Goods›, 2024
Design: Common Goods, Zug
Produktion: Matteo Gehringer, Claro; Common Goods
Material: Leinen, bedruckt mit farbresistenter Druckpaste, bedruckt und gefärbt im Indigobad
Miete: Fr. 85.— für zwei Monate
www.common-goods.ch