Gründete 1964 das Studio Milani Design: Francesco Milani, hier in seinem Atelier- und Wohnhaus in Giubiasco TI.
Gründete 1964 das Studio Milani Design: Francesco Milani, hier in seinem Atelier- und Wohnhaus in Giubiasco TI.

Addio, Cecco Milani (1937-2026)

Francesco Milani prägte das Schweizer Industriedesign über seine aktive Zeit hinaus. Anfang Jahr ist er mit 88 Jahren verstorben. Ein Nachruf von Meret Ernst.

Text: Meret Ernst
Fotos: Urs Walder
19.01.2026 10:10

Der italienische Namen Francesco Milani klang im Basel seiner Kindheit wohl vielen fremd in den Ohren. Als er eingeschult wurde, sprach er als Sohn einer russischen Mutter und eines Vaters aus Udine kein Wort Deutsch. Der Vater, der gerne fotografierte, vermochte ihm später den Wunsch, an der neu gegründeten HfG Ulm zu studieren, finanziell nicht zu erfüllen. Cecco Milani folgte seinem gestalterischen Interesse und besuchte die Grafikfachklasse an der Kunstgewerbeschule Basel. Die Ausbildung verfeinerte sein Auge, und so fotografierte er nach dem Abschluss ein Jahr im Atelier von Willi und Hermann Eidenbenz. Dass er nicht bei der Fotografie blieb, beruhte auf einem Zufall und auf dem Wunsch, in die Ferne zu gehen. Ein Freund, der bei Alcan Art Director war, lockte ihn nach Kanada. Doch zur selben Zeit reiste eine Bekannte auf Arbeitssuche nach Mailand und nahm, halb aus Scherz, auch Ceccos Mappe mit. Sie fand keine Anstellung; aber er konnte als Grafiker vier Jahre bei Franco Grignani arbeiten, der pionierhaft Grafik, Produktgestaltung und Architektur verband. Das sollte seine erste und letzte Anstellung bleiben. 

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