Vermächtnis in Villy
Seit drei Generationen bewohnt eine Familie ein bescheidenes Haus im Rhonetal. Statt es abzureissen, haben junge Architekten es zum Zentrum eines Gemeinschaftsprojekts gemacht.
Die Regionalbahn kurvt durch Wiese, Dorf und Weinberg. Blicken die Reisenden links aus dem Fenster, sehen sie die Waadtländer Alpen. Die Berge rechts gehören zum Kanton Wallis. Kurz bevor sich die Rhoneebene zum schmalen Tal verengt, bleibt der Zug inmitten von Feldern stehen. Ein Schild am offenen Wartehäuschen verkündet die Ankunft in Villy, einem Weiler der Waadtländer Gemeinde Ollon: Lebensmittelpunkt für 260 Menschen.
Habitat communautaire, 2022
Villy (Ollon) VD
Bauherrschaft: Privat
Auftragsart: Direktauftrag, 2019
Architektur: Madeleine architectes, Vevey; Studio François Nantermod, Champéry
Statik: Ovale & Partenaires, Châtel-Saint-Denis; Ingewood, Saint-Maurice
Bauphysik: Perenzia, Lausanne
Gesamtkosten (BKP 1–9): Fr. 1,85 Mio.
Baukosten (BKP 2 / m3): Fr. 875.—
Madeleine architectes & Studio François Nantermod – Im Jahr 2017 gründeten Maxence Derlet und François Nantermod das Büro Madeleine architectes in Vevey. Neben der gemeinsamen Tätigkeit arbeiteten sie als Assistenten von Martin Fröhlich und im Atelier de la Conception de l’Espace (ALICE) an der EPFL. Als erstes gemeinsames Projekt bauten sie eine ehemalige Schreinerei an der Rue de la Madeleine in Vevey zu eigenen Büroräumen um. Parallel zum Projekt in Villy planten und realisierten sie mehrere Umbauten und ein kleines Wohnhaus in der Region. Das erste Grossprojekt, ein Gesundheitszentrum mit Kinderkrippe in Evolène, befindet sich derzeit in Planung. Seit 2020 verstärkt Antoine Béguin das Büro als Partner. François Nantermod hat die Firma 2022 verlassen, um künftig eigene Projekte zu verfolgen.
