Die Fassade der Garagenerweiterung besteht aus in Beton gefassten Quadern aus lokalem Molasse-Stein und trägt ein Gesims aus Standard-Solarmodulen.
Die Fassade der Garagenerweiterung besteht aus in Beton gefassten Quadern aus lokalem Molasse-Stein und trägt ein Gesims aus Standard-Solarmodulen.

Das Edle und das Banale

Ellipsearchitecture hat im Waadtländischen Savigny eine sanierungsbedürftige Garage zu einem Lager mit Werkstatt erweitert. Das Büro gestaltet mit lokalen Materialien und mit der heute nötigen Technik.

Text: Axel Simon
Fotos: Julien Heil
17.11.2022 16:00

Gut, da ist der prächtige Blick auf die Berge hinterm Genfersee, doch ansonsten ist der Ort banal: ein Bauernhof, Felder und raumfressende Einfamilienhäuser hinter Grün. Das Besondere sieht man erst, wenn Yannick Claessens einen an die Hand nimmt: Hinter dem Haus, in dem der Architekt aufgewachsen ist, liegt unter Gestrüpp ein alter Steinbruch. Bis vor 150 Jahren schnitt man hier Molasse aus dem Boden. Die Monumente im nahen Lausanne sind mit dieser Sandstein-Art gebaut: Kathedrale, Schloss, Universität. Claessens leitet mit Mattia Pretolani das Büro Ellipsearchitecture. Die zwei waren neugierig auf das «verlorene Material» und wollten seine Schönheit neu zur Geltung bringen.

Erweiterung Garage und Atelier, 2022
Rte de la Goille 23, Savigny VD
Bauherrschaft: privat
Architektur: Ellipsearchitecture, Lausanne
Auftragsart: Direktauftrag
Tragwerksplanung: Compas Ingénieurs, Lausanne
Gesamtkosten (BKP 1–9): Fr. 200 000.—
Baukosten (BKP 2/m³): Fr. 685.—