Im Spital kann eine strukturierte mineralische Decke zum Wohlbefinden von Patientinnen und Patienten beitragen. Fotos: Nicole Würth / Baumuster-Centrale Zürich
Im Auftrag von Keimfarben

Lehm und Kalk potenziert

Ein neuer Verputz kombiniert Lehm und Kalk. Ein neues Forschungszentrum erkennt seinen Wert für die Architektur im Gesundheitswesen. Der Brownbag-Lunch präsentierte, wie beides zusammenpasst.

«Neues entsteht an den Rändern», erklärt Thomas Klug und zeigt dem Publikum ein Bild eines Baumstumpfs: An der Schnittstelle spriesst ein neuer Trieb. Klug, Geschäftsführer der Keimfarben AG, übersetzt die Metapher auf sein neues Produkt, den ‹Janus-Putz›, den er dem Publikum des Brownbag-Lunchs in der Schweizer Baumuster-Centrale vorstellt. ‹Janus› entstand an der Schnittstelle zwischen Kalk und Ton, verbindet die Festigkeit des ersten mit den ökologischen Vorteilen des zweiten. Konkret: Janus ist zu 99 Prozent mineralisch, einfach wiederverwendbar und spart im Vergleich mit Verputzen aus Kalk und Kalkzement rund vierzig Prozent graue Energie.


Thomas Klug, Geschäftsführer von Keimfarben, stellt dem Publikum des Brownbag-Lunchs in der Schweizer Baumuster-Centrale den ‹Janus-Putz› vor.

Lello di Benedetto, Fachberater bei Keimfarben, zeigt wie der neue Verputz von der Wand gekratzt und nochmals aufgetragen werden kann.

Wie es sich das Publikum des Brownbag-Lunchs gewohnt ist, ist der Vortrag praktisch und ‹hands-on›. Musterplatten wandern durch die Sitzreihen, ‹Janus› gibt es in weiss und fein, grober mit Beigeton oder eingefärbt und lasiert. Ein Mitarbeiter von Keimfarben macht vor, wie einfach ‹Janus› von der Wand gekratzt, dem neuen Putz beigemischt und dann nochmals aufgetragen werden kann.

Eine zweite Schnittstelle spielt an der Veranstaltung eine entscheidende Rolle. Jene zwischen Klugs Firma Keimfarben und dem ‹Swiss Center for Design and Health› (SCDH). Das jüngste nationale Technologie- und Kompetenzzentrum forscht zum Thema Architektur und Interior Design im Gesundheitswesen. In Nidau bei Biel betreibt das Zentrum Werkstätten und Musterzimmer, in denen sich die Wirkung von Putzen, Farben und Textilien ausprobieren lassen. Für diese Musterzimmer hat sich das SCDH für den ‹Janus›-Putz entschieden.


Magdalena Tomoff und Jérôme Rütsche vom ‹Swiss Center for Design and Health› stellen ihre Forschung vor.

Im Spital kann eine strukturierte mineralische Decke, wie sie ‹Janus› ermöglicht, zum Wohlbefinden von Patientinnen und Patienten beitragen. Der Zusammenhang zwischen Putz, Farbe und Gesundheit sei erwiesen, hält die Farbgestalterin Magdalena Tomoff vom SCDH fest. Solche Wirkungen will das Forschungszentrum messbar machen. Tomoff und ihr Kollege Jérôme Rütsche rufen die anwesenden Architektinnen und Architekten zur Zusammenarbeit auf. Das SCDH verspricht ihnen mehr verlässliche Daten, um den Einsatz von gebrauchstauglichen gesundheitsfördernden Strukturen und Farben an Wänden und Decken – gerade auch im Spital-, Pflege- und Schulbereich –  gegenüber den Bauherrschaften zu begründen.


Give-Away für die Besucherinnen und Besucher: ein Muster des neuen Putzes zum Selberanteigen.

Damit die praktische Forschung weitergeht, bekommen die Besucherinnen und Besucher ein Muster des neuen Putzes zum selber Anteigen mit auf den Heimweg. Sie können sich dort ein «mineralisches Butterbrot  schmieren», wie Thomas Klug zum Abschluss der Veranstaltung augenzwinkernd meint.


Die ganze Veranstaltung im Video

 

close

Kommentare

Kommentar schreiben