Zirkuläres Experiment
Im Kleinbasel hat Architekt Lukas Raeber vier Wohngeschosse auf ein altes Werkstattgebäude gesetzt und dabei das klimagerechte Bauen erprobt.
Architekt Lukas Raeber spricht von einem Experiment. Und tatsächlich: Mehrfamilienhäuser, die sich konsequent einer zirkulären Bauweise verpflichten, kann man hierzulande an einer Hand abzählen. Mit seinem ‹Haus für die Kreislaufwirtschaft› sucht Raeber neue Lösungsansätze. An der Efringerstrasse im Kleinbasel erfahren wir mehr: Die Fassade der viergeschossigen Aufstockung einer Werkstatt von 1920 übt sich in Zurückhaltung. Sie ist mit unbehandeltem Aluminiumblech bekleidet, das sich einfach wiederverwenden lässt. Ein Schrägdach mit PV-Anlage krönt das Haus und führt die Traufhöhe der Nachbarhäuser weiter. Ins Auge sticht das mittige Fallrohr, das sich aus Reststücken, bestehend aus Kupfer, Chromnickelstahl und Messing, zusammenfügt. Über eine unscheinbare Tür im Sockel betritt man das Treppenhaus, das pro Geschoss zwei Kleinwohnungen erschliesst. Der Grundriss ist schnell erklärt: Zwischen Brand- und Wohnungstrennwand organisieren sich die Wohnungen um einen Kern, der Bad, Küche, Technikschrank und Garderobe umfasst – und den Wohnraum so vom Schlafzimmer trennt.



Mehrfamilienhaus Efringerstrasse, 2022
Efringersrasse 107, 4057 Basel
Bauherrschaft: Sonja und Felix Jäggi
Architektur: Lukas Raeber Architekten, Basel
Bauingenieur: Haller & Partner, Oberwil
Fassaden- und Spenglerarbeiten: Jäggi Vollmer, Basel
Auftragsart: Direktauftrag, 2018