Das ehemalige Weinlager in Basel
Das ehemalige Weinlager in Basel

Die vier Leben eines Weinlagers

Nur differenzierte Erhaltung bedeutet wirklich nachhaltiges Bauen. Das jedoch verlangt prozessorientierte statt lineare Planung. Esch Sintzel haben es in Basel vorgemacht.

Text: Benedikt Loderer, Stadtwanderer
Fotos: Paola Corsini
26.06.2023 08:00

Der Umbau galt bisher wenig, ein Notbehelf. Unser Terrain war die grüne Wiese, denn wir waren modern und begannen immer alles grundsätzlich neu. Die Tabula rasa, der blankgeputzte Tisch, war unser liebster Spielplatz. Wo schon etwas da war, rissen wir es ab und kümmerten uns nicht um seinen Wert. Wo es einen Wert gab, überliessen wir ihn dem Denkmalschutz. Das waren die glorreichen Jahre der Hochkonjunktur, in denen wir in der Schweiz mehr bauten als alle Generationen seit den Römern zuvor. Wir türmten la Suisse gonflée auf. Glaubt noch jemand, wir bauten in den nächsten 70 Jahren noch einmal so viel wie in den vergangenen 70? La Suisse doublement gonflée?

Umnutzung ‹Wohnen im ehemaligen Weinlager›, Basel, 2023
Weinlagerstrasse 11, Basel
Bauherrin: Stiftung Habitat, Basel
Architektur: Esch Sintzel, Zürich
Baumanagement, Bauleitung: Proplaning, Basel
Landschaftsarchitektur: Stauffer Roesch, Basel
Bauingenieurwesen: Aerni + Aerni, Zürich; Aegerter  Bosshardt, Basel
Bauphysik, Akustik: Gartenmann Engineering, Basel
Signaletik: Büro Berrel Gschwind, Basel
Farbberatung: Archfarbe, Andrea Burkhard, Zürich
Auftrag: Studienauftrag im selektiven Verfahren, 2018