Was bringt karbonatisierter Beton?
Carbon Removal – Reality Check #03: Neustark und Zirkult begasen Recyclinggranulat mit CO2. Das macht den Beton aber nur fünf Prozent klimafreundlicher.
Physik
Biogasanlagen produzieren circa 60 Prozent Methan für die Wärmeproduktion und 40 Prozent CO₂ als Abfallprodukt. Dieses wird abgefangen, verflüssigt und dann zu Betonrecyclern gefahren, wo es in Kühltanks bei rund minus 30° Celsius lagert. Für jede Produktionscharge wird die nötige Menge verdampft und dann in ein Silo mit Recyclinggranulat eingelassen. Da CO₂ schwerer ist als Luft, füllt sich das Silo von unten wie eine Badewanne. Das CO₂ «karbonatisiert», das heisst, es verbindet sich chemisch mit dem Zementstein des geschredderten Abbruchbetons und bildet stabilen Kalkstein. Diese Karbonatisierung findet auch bei normalen Betonwänden mit der Umgebungsluft statt, allerdings dauert dieser Prozess mehr als 100 Jahre, und die Sättigung ist geringer. Die technische Karbonatisierung dauert nur wenige Stunden. Ausserdem wichtig: Da die Karbonatisierung Zementstein braucht, funktioniert sie nicht bei Primärbeton.