Der Holzbau als Kohlenstoffspeicher?
Der Holzbau als Kohlenstoffspeicher?

Holzbau als Kohlenstoffspeicher?

Carbon Removal – Reality Check #02: Das Startup-up Timber Finance möchte den im Holz gespeicherten Kohlenstoff via Zertifikaten verkaufen. Doch die Speicherdauer ist laut Wissenschaft viel zu kurz.

Text: Palle Petersen
Fotos: Ephraim Bieri, Infografiken: Barbara Schrag
21.05.2025 16:00


Physik

 

Bäume wachsen wie alle Pflanzen: Licht liefert Energie zur Photosynthese. Dabei nehmen die Bäume Wasser und Nährstoffe aus dem Boden und CO₂ aus der Luft auf. Der Sauerstoff O₂ wird wieder abgegeben, der Kohlenstoff C als Zellulose im Holz eingelagert. Der Kohlenstoffanteil im Trockenholz beträgt je nach Dichte und Holzart circa 50 Prozent. Im Holztragwerk ist der Kohlenstoff so lange gebunden, wie das Haus stehen bleibt. Wenn das Holz nach dem Rückbau ohne Carbon Capture and Storage verbrannt wird oder verrottet, wird das CO₂ wieder freigesetzt.
 

Katharina Lehmann ist Präsidentin des Vereins Senke Schweizer Holz (SSH) und CEO der Blumer Lehmann Gruppe, die jüngst ihr 150-jähriges Bestehen feierte. Mit über 500 Mitarbeitenden produziert das Familienunternehmen Energieholz und Pellets und realisiert weltweit Silos und Anlagen für den Winterdienst sowie anspruchsvolle Hochbauten.

Verein Senke Schweizer Holz (SSH)
Der SSH will die Leistung des Wald- und Holzsystems als Kohlenstoffsenke vergrössern. Seit 2014 haben seine 150 Mitglieder über 5000 Massnahmen zur Steigerung der Holzproduktion mit Investitionen von über 500 Millionen Franken umgesetzt. Wenn solche Massnahmen die Senkenleistung gegenüber eines Referenzszenarios steigern, stellt das Bafu pro zusätzliche Tonne CO2 eine Bescheinigung aus. Diese lässt sich an die Schweizer Treibstoffimporteure verkaufen, die so einen Teil ihrer Emissionen kompensieren können. Diese Mittel haben vor allem den hiesigen Sägewerken enorm geholfen.

Mehr zum Thema