Vier Architekten, die wir als ‹Schulbauexperten› ausgemacht haben, fragen wir nach der idealen Schule. Urs Maurer, Bernhard Gysin, Manuel Burkhardt und Marcel Baumgartner teilen mit uns ihre Erfahrungen.
Was ein gutes Schulhaus ausmacht
Vier Architekten, die wir als ‹Schulbauexperten› ausgemacht haben, fragen wir nach der idealen Schule. Urs Maurer, Bernhard Gysin, Manuel Burkhardt und Marcel Baumgartner teilen mit uns ihre Erfahrungen.
Fotos: Ausschnitt einer Visualisierung von Meier Leder Architekten
Urs Maurer nervte sich. Wenn er in Wettbewerbsjurys sass, legte er sich häufig mit den Architekt*innen an. Er kämpft gegen «Glaskisten» und «Betonpaläste» im Schulbau. Und er kritisiert offene Projektwettbewerbe und deren starre Raumprogramme, weil sie selten zukunftsfähige Schulen hervorbringen würden. Lieber führt er zweistufige Verfahren durch mit Studienaufträgen in der zweiten Phase. Er ist einer der vier Experten, die wir besucht haben. In den Gesprächen ging es schnell um grundsätzliche Erkenntnisse im Schulbau. Seit 25 Jahren ist Maurer Schulraumentwickler, wie er sich selbst nennt, und kann auf sein Wissen als ausgebildeter Architekt und Lehrer zurückgreifen. Aber Urs Maurer ist auch frustriert. Zwar berät er immer noch einzelne Gemeinden, aber «als Rufer in der Schweizer Schulraumwüste bin ich in den letzten Jahren immer einsamer geworden». Er wird kaum gehört – das von ihm mitgegründete ‹Netzwerk Bildung & Architektur› kann knapp noch die Spesen und die Webseite bezahlen. Und auch an die von ihm initiierte Tagung ‹BildungsTRäume› im österreichischen Arbogast kommen kaum Gäste aus der nahen Schweiz. Dabei weiss der inzwischen 80-Jährige immer noch Interessantes zum Schulbau zu berichten. Das Wichtigste: Das Kind müsse im Mittelpunkt stehen. Und: Es gäbe nicht das eine Kind. Schüler*innen würden sich auch stark verändern. Ihre verschiedenen Entwicklungsstadien bräuchten deshalb auch verschiedene «räumliche Biotope». Maurer unterteilt, grob zusammengefasst, in drei Phasen: Kindergarten bis zur zweiten Klasse (Zyklus 1) sei die magische Phase der Kindheit. Dann bräuchten die Kinder ein Refugium mit viel freier Natur. Bis zur sechsten Klasse (Zyklus 2) wäre ein «Arkadien» ideal – eine gestaltete und kultivierte Natur. Der ideale Raum wäre dafür vielleicht eine Schule auf einem biodiversen Bauernhof. In der «Polis» danach...
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