Mutiges Weiterschreiben

Das Nachwuchsbüro Solanellas Van Noten Meister gewinnt den Wettbewerb für Alterswohnen in Rheinfelden. Das Team geht unvoreingenommen an die Aufgabe heran und schöpft Inspiration aus den Bestandsbauten.

Das Nachwuchsbüro Solanellas Van Noten Meister gewinnt den Wettbewerb für Alterswohnen in Rheinfelden. Das Team geht unvoreingenommen an die Aufgabe heran und schöpft Inspiration aus den Bestandsbauten.

2016 erhielt Rheinfelden den Wakkerpreis dafür, Bauprojekte nicht als Solisten zu verstehen, sondern städtebaulich einzufügen. Für die Alterswohnungen Kloos suchte die Stadt nach einer Neuinterpretation des Orts, inklusive Erhalt des Charakters der bestehenden Bauten. Die Kapelle und das ehemalige Siechenhaus gehen bis ins 13. Jahrhundert zurück. Die vorhandene Substanz ist indes jünger, da die Bauten laufend angepasst wurden oder die Zerstörung durch Krieg und Feuer einen Wiederaufbau nötig machte. Ein Zwischenbau verbindet heute Kapelle und Kernbau. Schutzstatus und Wettbewerbsprogramm tragen der turbulenten baulichen Geschichte und der fragmentarischen historischen Substanz Rechnung: Der Zwischenbau darf erhalten, verändert oder abgebrochen werden. Eine Aufstockung im Bestand wird als möglich erachtet. Da das neue Programm mit 25 Kleinwohnungen nicht im Bestand Platz findet, war eine Lösung mit Erweiterungsbau vorgegeben. Verkettete Bauten Solanellas Van Noten Meister haben erfasst, dass es nicht um eine Schutzaufgabe geht, sondern um das Weiterschreiben der Geschichte des Orts. Nichtsdestotrotz sind sie auf das Bestehende eingegangen und haben eine vertiefte Analyse der Baugeschichte ihrem Entwurf vorangestellt. So viel Gebäudesubstanz wie möglich erhalten sie. Die Jury nennt den Ansatz des Weiterbauens «mutig» und die Analyse «überraschen». Für die Architekt*innen ist ihr Vorgehen selbstverständlich: «Wir wollen mit vorhandenen Qualitäten arbeiten, weil es reizvoll ist. Der Wert eines Baus oder Bauteils liegt nicht nur im Schutzstatus, sondern ebenso im Potenzial, was daraus entstehen kann.» ###Media_2### Das bestehende Ensemble liegt an der Hauptverkehrsachse zwischen Neubauviertel und Bahnhof. Für die Architekt*innen ist die «isolierte Lage ausserhalb der historischen Stadtmauern» heute noch spürbar. Sie wollen einen gut integrierten und attraktiven W...

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