Lösungsorientiertes Wettbewerbslabor 2025

In Zürich-Oerlikon fand das zweite Wettbewerbslabor statt. Am Kongress diskutierten 170 Personen und versuchten, den Planungswettbewerb weiterzuentwickeln.

Fotos: Markus Frietsch
Zürcher Ziegeleien, Bundesamt für Kultur und swissmade

In Zürich-Oerlikon fand das zweite Wettbewerbslabor statt. Am Kongress diskutierten 170 Personen und versuchten, den Planungswettbewerb weiterzuentwickeln.

Letzten Freitag fand das zweite Wettbewerbslabor statt. Vor zwei Jahren diskutierten die Teilnehmer*innen noch kontrovers um die Digitalisierung, den steigenden Aufwand und die Klimakrise im Wettbewerb. Während es also 2023 um Grundsätzliches ging, stand in diesem Jahr eher praktische Anwendungen und Verbesserungen des Wettbewerbs im Vordergrund. Man beschäftigte sich mit Problemen und Lösungen in der Phase Null, in der Fachplanung, in der Juryzusammensetzung und im Dialog. Die 170 Fachleute hörten zu, wogen ab und diskutierte engagiert mit in den 30 Gruppenworkshops.

Eine Laborgruppe wollte dann doch den Wettbewerb überwinden und forderte mehr Kooperation statt Konkurrenz ein. Sie führte ironische, aber nachdenklich stimmenden Aktionen durch: Im ersten Workshop führte sie eine Gruppentherapie durch, um im zweiten Durchgang Nachrufe auf den verstorbenen Wettbewerb zu schreiben. Zum Schluss zählte sie alle Preisgelder und Entschädigungen der letzten 20 Jahre zusammen und teilten sie durch die Anzahl aller abgegebenen Beiträge. Ihre provozierende Rechnung kam zum Schluss: Man hätte jeden Wettbewerbsbeitrag der letzten 20 Jahre mit 7400 Franken entgelten können.

Am Wettbewerbslabor nahmen wieder Fachleute mit verschiedem Hintergrund teil. Sie waren von der öffentlichen Hand, von wettbewerbsorganisierenden Büros, von teilnehmenden Planungsbüros und diesmal auch von mehr privaten Auftraggeber*innen. «Es sei wie an einer Klassenzusammenkunft», hörte man mehrfach am eintägigen Kongress, den die Stiftung Forschung Planungswettbewerbe und Hochparterre gemeinsam organisierten.

 

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