Atelier NU: Das sind Yvo Corpataux, Michael Blaser und Jil Ehrat. Mit viel Bestand und Lust an Vielfalt gewinnen sie den Wettbewerb für die Gründungssiedlung der Genossenschaft Waidberg in Zürich.
Jenseits von Marrakesch
Atelier NU: Das sind Yvo Corpataux, Michael Blaser und Jil Ehrat. Mit viel Bestand und Lust an Vielfalt gewinnen sie den Wettbewerb für die Gründungssiedlung der Genossenschaft Waidberg in Zürich.
Fotos: Gerry Amstutz
Die Machbarkeitsstudie deutete auf Ersatzneubauten hin, nur zwei Sätze im Wettbewerbsprogramm liessen den Erhalt offen. Gar die Ausloberin zeigt sich überrascht bei der Vernissage: Die überwältigende Mehrheit der Teams arbeitete mit dem Bestand – so auch das Atelier NU. Nicht einmal als Variante prüften sie einen kompletten Neubau. Die Begehung im Sommer entschied es: der zusammenhängende Südraum, die schattige Erschliessung im Norden, die Häuser an Buchegg- und Rötelstrasse, die das Ensemble einfassen. «Wir entdeckten eine enorme Qualität. Und dachten, man kann das eigentlich gar nicht besser machen.»
Unvollendetes als Initialzündung In Zürich-West, gleich neben ‹les halles›, führt ein unscheinbarer Eingang in den zweiten Stock. Im Treppenhaus riecht es nach Tagespasta, oben öffnet sich eine kleine Welt. Ein Kicker hier, ein Sofa dort, in der Gemeinschaftsküche wird nach dem Zmittag Dart gespielt. Hier sitzt das Atelier NU. Die drei kennen sich schon lange. Yvo und Michael machten in Bern die Hochbauzeichnerlehre, Jil traf Michael an der ZHAW. Ihre Wege trennten sich für die ersten Berufsjahre. Beim Master an der ETH fanden sich die beiden Architekten wieder, Jil ging an die ZHAW. Sie wurden enge Freunde, «so ein Dreierkonglomerat», sagt Michael. «Eigentlich wollten wir gemeinsam in den Iran reisen.» Die Absage für das Visum kam zeitgleich mit einer Anfrage einer schweizerisch-marokkanischen Familie aus Marrakesch. Die Zeit war reserviert, warum nicht dahin? «Es war eine Mischung aus Ferien und Arbeit.» Realisiert wurde ihre Idee nicht, das war auch nicht wichtig – entscheidend war die Zusammenarbeit. Und sie hatten Lust auf mehr. Aus einer Studie wurde 2020 der erste Auftrag. Mit «Sicherheit und Unsicherheit» stürzten sie sich 2021 in die Selbstständigkeit. Der Start mit einem Projekt war ein Privileg, nahm aber viel Zeit in Anspruch. ...
E-Mail angeben und weiterlesen:
Geben Sie uns Ihre E-Mail-Adresse und wir geben Ihnen unseren Inhalt! Wir möchten Ihnen gerne Zugriff gewähren, obwohl dieser Beitrag Teil unseres Abos ist.