Pontresina kauft ein Grundstück und gründet eine Stiftung, um ein Pilotprojekt zu bauen, das etwas gegen die Wohnungsnot tut. Den Wettbewerb gewinnt das Atelier Candrian Meier mit einem einfachen Projekt.
Einfach ist nicht einfach
Pontresina kauft ein Grundstück und gründet eine Stiftung, um ein Pilotprojekt zu bauen, das etwas gegen die Wohnungsnot tut. Den Wettbewerb gewinnt das Atelier Candrian Meier mit einem einfachen Projekt.
Fotos: Atelier Candrian Meier
Plötzlich beschleicht einen in der Wettbewerbsausstellung ein ungutes Gefühl. Im Kongress- und Kulturzentrum mit dem Namen Rondo, das aus einer Zeit stammt, als man auch in Pontresina mit gebautem Raum verschwenderisch umging, besonders wenn es dem Tourismus diente und Einnahmen versprach, entworfen und gebaut von Hans Peter Menn von 1986 bis 1997, in jenem postmodernen Bau also schaut man sich die 91 Abgaben für den Wettbewerb an und erkennt, wie die Architekturbüros um jeden Quadratmeter gekämpft haben müssen. Das Programm verlangte minimalste Flächen. Kommt dazu: Die Parzelle mit der Nummer 2401 – darum der seltsame offizielle Name des Projekts «Wohnbau Pilotprojekt 2401» – liegt gleich hinter dem Kongresszentrum. Da kulminiert an einem Ort die ganze Tragik des Engadins: Vorne an der Strasse klotzt das grosse Tourismusgeld, wo sich 450 Personen treffen können, hinten werden 30 Einheimische auf bescheidenen Flächen mit einer Belegung von einer Person pro Zimmer leben und froh sein um die bezahlbaren Wohnungen. Mitleid wäre aber fehl am Platz: Die Landschaft ist verkauft, und alle leben gut davon. Zu bedauern sind nur all die verpassten Chancen der letzten Jahrzehnte. In der Not Die Wohnungsnot in Tourismusgebieten zwingt auch eine kleine Gemeinde zum unkonventionellen Handeln. Wenn die Lehrerin keine Wohnung findet, findet die Schule keine Lehrerin. So hat Pontresina das Grundstück gekauft und gibt es im Baurecht an eine neu gegründete Stiftung ab. Die will nun acht «wirtschaftlich tragbare» Wohnungen für Einheimische bauen, dabei denkt sie auch an die Wandelbarkeit der Räume, weshalb sie zwei Schaltzimmer verlangte, und dazu will sie die Hausgemeinschaft fördern. Ein Pilotprojekt soll es sein. Jurypräsidentin Elli Mosayebi spricht von einem «kleinen Projekt mit Strahlkraft über das Engadin hinaus». Jedenfalls hat die Stiftung bereits 500 000 Franken an...
E-Mail angeben und weiterlesen:
Geben Sie uns Ihre E-Mail-Adresse und wir geben Ihnen unseren Inhalt! Wir möchten Ihnen gerne Zugriff gewähren, obwohl dieser Beitrag Teil unseres Abos ist.