« Ein Hochhaus braucht gute Gründe »

Roger Boltshauser und Wulf Böer sprechen über Wohnhochhäuser. Holz, Lehm oder Beton? Es herrscht Aufbruchstimmung, und es geht um nichts weniger als um das Bauen für eine neue Zeit.

Fotos: Gerry Amstutz

Roger Boltshauser und Wulf Böer sprechen über Wohnhochhäuser. Holz, Lehm oder Beton? Es herrscht Aufbruchstimmung, und es geht um nichts weniger als um das Bauen für eine neue Zeit.

Wir treffen uns im 13. Stock in der zweigeschossigen Gemeinschaftsloggia mit Aussicht. Wir sind auf dem Zwhatt-Areal in Regensdorf im Hochhaus H1 von Boltshauser Architekten. Wulf Böer ist dabei, weil sein Studio DIA den Wettbewerb für die Rankstrasse in Basel gewonnen hat. Zudem plant sein Büro das Hochhaus Dreispitz in Zürich-Schwamendingen. Roger Boltshauser beschäftigt sich seit Langem mit Hochhäusern. Projektleiter Mathias Stocker bringt Stühle aus dem Baubüro, Fotograf Gerry ­Amstutz begleitet das Gespräch. Die letzten Bauarbeiten laufen. Wie gefällt es dir hier im Wohnhochhaus von Roger Boltshauser? Wulf Böer: Mich freut, wie gelungen die Umsetzung ist. Schon in der Planung war das Haus ein Vorzeigeprojekt – breit publiziert. Das Zwhatt-Areal zeigt beispielhaft, wie heute aus Industriearealen durchmischte Quartiere entstehen. Hochhäuser passen zu diesem städtebaulichen Prozess. Wir haben die Konstruktion aus lastabtragenden Holzstützen und hybriden Deckenelementen aus Beton und Holz gut studiert. ###Media_2### ###Media_3### Warum habt ihr 2019 den Studienauftrag für das Hochhaus gewonnen?  Roger Boltshauser: Wir schlugen als Einzige ein Holzhybrid-Hochhaus vor. Damals war die Ausschreibung noch konventionell. Zwar war die Pensimo als Auftraggeberin offen für Nachhaltigkeitsthemen – das wussten wir –, aber der Studienauftrag verlangte keinen Holzbau. Kurz zuvor hatten wir an der Gesamtleistungsstudie für ‹Pi› teilgenommen – ein Wohnhochhaus für V-Zug Immobilien. Wir hatten das Projekt zusammen mit dem Holzbauspezialisten Hermann Kaufmann abgegeben, verloren aber klar. Die Konstruktion war zu aufwendig, und die Holzstützen reichten bis zum Boden – ein Stützenwald, der ein öffentliches Sockelgeschoss verhinderte. Daraus entstand die Idee, für das Zwhatt-Areal einen einfachen, klugen Hybridbau zu entwerfen: einen dreigeschossigen Sockel...

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