Ein Glücksspiel?

Vier Schulhauswettbewerbe, vier Kantone, vergleichbare Programme.
 Zwischen Kompaktheit, Betrieb und Wirtschaftlichkeit bleibt wenig Spielraum.
 Was also macht ein gutes Schulhaus aus?

Fotos: Schmid Ziörjen Architektenkollektiv (Visualisierung)

Vier Schulhauswettbewerbe, vier Kantone, vergleichbare Programme.
 Zwischen Kompaktheit, Betrieb und Wirtschaftlichkeit bleibt wenig Spielraum.
 Was also macht ein gutes Schulhaus aus?

Fast zeitgleich wurden zwischen Oktober und November letzten Jahres vier Schulhauswettbewerbe juriert: Vier Kantone, vier verschiedene Grundstücke, doch vergleichbare Aufgaben. Die Primarschule in Wil mit 18 Klassen und die Sekundarschule Stadel mit 15 Klassen, beide mit Doppelturnhalle, sind zwei ‹ Schlitten ›, wie wir sie in den letzten Jahren immer wieder sahen. Die Schule in Renens mit ähnlichem Volumen zeigt, dass neue Ansätze mit Turnhallen im obersten Geschoss oder Allwetterplätzen auf dem Dach zunehmend Einzug halten. Alle drei veranschaulichen, was eine Doppelturnhalle massstäblich und räumlich mit einer Schule macht. Ob halb eingegraben oder zuoberst: Ist die Sporthalle ins Gebäude integriert, prägt sie das Volumen und den Ort und wirft bisweilen die Frage auf, ob separate Turnhallen nicht manchmal die bessere Lösung wären. Umso deutlicher wird das mit Blick nach Baden, wo sich mit ähnlichem Programm, jedoch ohne Turnhalle, zeigt, wie einfach und selbstverständlich die Erweiterung einer heterogenen Schulanlage gelingen kann. Alle vier Aufgaben sind gewöhnlich. Die Ränge zeigen keine spektakulären Projekte, keine radikal neuen Typologien. Es sind Schulhäuser, wie sie vielerorts gezeichnet und beurteilt werden. Wenn Boden knapper wird und Kompaktheit das oberste Gebot, wenn Perimeter kleiner werden und der Raumbedarf weiter steigt, bleibt wenig Spielraum für städtebauliche Varianz. Das Korsett ist eng, entsprechend ähnlich ist der Städtebau vieler der rangierten Projekte. Entwürfe können nie alle Anforderungen gleichermassen erfüllen. Viele Kriterien stehen in Spannung zueinander, Teams müssen Schwerpunkte setzen. Mal überzeugt der kompakteste Entwurf, mal die betriebliche Organisation, mal die wirtschaftliche Lösung oder der nachhaltige Ansatz. Die Projekte lösen vieles gut, aber nie alles zugleich. Wie also entscheidet sich, welches...

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