Wer heute in Zürich am Lochergut aussteigt, findet etwas Marodes und Lückenhaftes, aber Lebendiges vor. Ein Wettbewerb hat entschieden: Studio Trachsler Hoffmann wird die Häuserzeile in die Zukunft tragen.
Die Geister, die uns rufen
Wer heute in Zürich am Lochergut aussteigt, findet etwas Marodes und Lückenhaftes, aber Lebendiges vor. Ein Wettbewerb hat entschieden: Studio Trachsler Hoffmann wird die Häuserzeile in die Zukunft tragen.
Fotos: Studio Trachsler Hoffmann (Modellfotos)
Vor rund zehn Jahren begann die Seefelder Ledermann AG, die Häuser zu kaufen, nach und nach, von verschiedenen Eigentümer*innen. Bereits mit dem Projekt ‹Amalfi› – und smarten Mini- und Maxilofts im zeitlosen Design mit urbanem Flair – an der Badenerstrasse aktiv, wollte sie den gesamten Block auch am Lochergut neu bebauen. Doch ein Haus an der Meinrad-Lienert-Strasse gehört der Stadt Zürich, und sie verkauft ihren Boden nicht. Zum Glück. Damit liess sich kein Maximum ausschöpfen: 2023 verkauft Ledermann die Liegenschaften. Die Zürcher Noldin Immobilien AG übernimmt – frei nach Goethes Zauberlehrling – «die schlechten Lumpenhüllen» und macht, was sie nicht müsste: Sie führt einen Wettbewerb durch. Vorbildlich. Kein offener (Ja, auch diese Aufgabe verlangt ihn!), immerhin ein Projektwettbewerb, auf Einladung, aber anonym. Roger Boltshauser präsidiert die Jury, ergänzt von weiteren Schwergewichten. Auch das Amt für Städtebau ist vertreten. Eingeladen ist eine Crème de la Crème aus Zürich und Basel: wohnbauerfahren, fast alle mit Professuren. Der Anspruch ist hoch, die Erwartungen auch. Doch warum enttäuschen die meisten Projekte? ###Media_2###Lochergutkoloss und Gründerzeit Der erste Ansatz sieht ein Grundstück mit zwei Seiten: vorne Badenerstrasse und hinten Quartier. Was tun? Mit einem Grossvolumen die Parzelle besetzen, vorne schliessen, hinten aufbrechen. Die innere Ordnung mit typologischer Wiederholung räumt die Badenerfassade auf: «Quartiertypische» Erker rhythmisieren, klassische Dreiteilung proportioniert, repräsentativ und «urban», hält die Jury mehrfach fest. Nach hinten wird gestaffelt, gezackelt, geschlitzt und gerundet, was das Zeug hält – um die Dreiecksparzelle und ihre Tiefe zu bewältigen und gleich den feineren Massstab zu treffen. Fertig ist der Entwurf. «Und nun sollen seine Geister auch nach meinem Willen leben.» So e...
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