Situationsmodell «Drüegg» von Graber Pulver Architekten.

Zwei Schlaufen im «Drüegg»

Graber Pulver gewinnen den Wettbewerb für die nächsten Bauetappen der BGZ-Siedlung im Schwamendinger-Dreieck. Das Projekt liefere überzeugende Antworten auf die verdichtete Gartenstadt, lobt die Jury.

Im Rahmen der Erneuerungsplanung «Masterplan Schwamendinger-Dreieck» hat die Baugenossenschaft Glattal Zürich (BGZ) für den Zeitraum von 2017 bis etwa 2040 einen etappierten Ersatz ihrer rund 60-jährigen Siedlung in diesem Gebiet beschlossen. 2014 gewannen BS + EMI Architektenpartner den Projektwettbewerb für das Baufeld A mit der Wohnsiedlung «Casarecce». Das Projekt mit rund 210 Wohnungen wird derzeit umgesetzt.

Für die beiden anstehenden Erneuerungsetappen für das Baufeld B führte das Amt für Hochbauten einen Wettbewerb durch – im selektiven Verfahren. Das Projekt «DRÜEGG» des Zürcher Teams von Graber Pulver Architekten und Hager Partner ging dabei als Sieger hervor. Neben 200 neuen gemeinnützigen Wohnungen will die Genossenschaft zwei Wohnpflegeheime mit betreutem Wohnen, einen Grossverteiler und Räume für die Schulgesundheitsdienste der Stadt Zürich sowie für eigene Geschäftsstelle bauen.

Visualisierung Ansicht Dübendorfstrasse (Maaars Architektur Visualisierungen)

Mit seinen beiden ähnlichen, zueinander gespiegelten Bauten in Schlaufenform setze das Ersatzneubauprojekt einen raffinierten neuen Schwerpunkt an der Spitze des Schwamendinger-Dreiecks und schaffe somit einen Übergang zu den anderen Siedlungsteilen, heisst es im Jurybericht. Die sorgfältig gestalteten öffentlichen Siedlungsaussenräume führen vom Schwamendingerplatz ins ruhige Wohnquartier über und ermöglichen, dass sich Quartier- und Siedlungsbevölkerung begegnen. Das Projekt gebe eine überzeugende Antwort auf die Frage, ob die Gartenstadt der Verdichtung standhält. Lediglich die Fassade mit Details wie goldenen Fenstern und Geländern mag nicht recht ins Quartierbild passen. Dies wirke «unnötig edel», man wünsche sich hier «mehr Gelassenheit beim Übersetzen in die heutige Zeit», schreibt denn auch die Jury in ihrem Bericht. Die vielfältigen, meist zweiseitig ausgerichteten Grundrisse mit auffällig nach Innen versetzten Küchen überzeugen jedoch mit einem hohen Wohnwert. Ziel für die neue Überbauung ist es, die Energiewerte des Minergie-P-ECO-Standards zu erreichen. Die Kosten werden auf rund 132 Millionen Franken geschätzt.

Sämtliche Wettbewerbsprojekte sind vom 9. bis 18. Juli 2019 im Pavillon Werd zu sehen.

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