So könnte das Labitzke-Areal einst aussehen. Fotos: Annette Gigon / Mike Guyer Architekten, Zürich

Was wird aus dem Labitzke-Areal?

Gigon Guyer Architekten gewinnen den Wettbewerb für die Überbauung auf dem Labitzke-Areal in Zürich Altstetten. Mike Guyer beantwortet unsere drei Fragen.

Die Wogen schlagen hoch auf dem Areal der ehemaligen Farbfabrik Labitzke in Zürich Altstetten. Derzeit leben hier alte und neue Besetzer sowie reguläre Mieter mit Fristerstreckung und solche ohne Absprache. Wann die Mobimo AG als neue Eigentümerin das Areal bebauen wird, ist auch angesichts möglicher Rekurse ungewiss. Bekannt ist hingegen, was sie bauen möchte: Den Studienauftrag, bei dem auch die Stadt in der Jury vertreten war, gewannen Annette Gigon / Mike Guyer Architekten aus Zürich. Mike Guyer beantwortet unsere drei Fragen.

Was ist die Erfindung am Siegerprojekt?
Acht zueinander versetzte, verschieden hohe und unterschiedlich breite Baukörper ergeben aneinandergereiht eine städtebauliche Figur, die sich selbstverständlich in den Kontext einfügt, eigenständige Hofräume formt und gleichzeitig zu den Strassen Präsenz zeigt. Dabei galt es, die hohe Dichte zu bewältigen und mit den Bauvorschriften, die insbesondere in der Tiefe des Grundstückes sehr limitierende Vorgaben zu Abstand und Höhe formulieren, innovativ umzugehen. Jedes Haus hat entsprechend seiner Lage und Orientierung eine eigene Wohntypologie, was dem Gesamtprojekt eine grosse Bandbreite von verschiedenartigen, städtischen Wohnungen verschafft.

Wie verhält sich das Projekt zur Umgebung?
Zu den beiden Strassen werden mit hohen Häusern Akzente gesetzt. An der Hohlstrasse hat der Verkehr und Lärm, an der quartierinternen Albulastrasse die Südorientierung und Ruhe, die Wohnungsgrundrisse massgebend beeinflusst. Niedrigere Baukörper mit Durchwohntypologien verbinden in der Tiefe des Areals die beiden unterschiedlichen Strassensituationen, reagieren auf die benachbarten, niedrigen Hofbauten und halten die Bebauung als Figur zusammen. In Zusammenarbeit mit dem Landschaftsarchitekten André Schmid ist ein räumlich interessantes, durchlässiges Erdgeschoss mit vielfältigen Aussenräumen entstanden, das zu den Strassen mit hohen Gewerbe- und Gastronomieräumen städtisch wirkt, im Innern des Areals intime Höfe für die Bewohner schafft und leicht angehobene, private Aussenräume für die Atelierwohnungen anbietet.

Wo lagen die grössten Schwierigkeiten im Wettbewerb?
Die Herausforderung lag darin, die geforderte Dichte so umzusetzen, dass ein differenziertes Volumen entsteht, das sich in den Kontext einordnet und gleichzeitig als Stadtfigur mit qualitätsvollem Erdgeschoss und prägnanter Silhouette wahrgenommen wird. Dabei spielt die Qualität der unterschiedlich gefassten Aussenräume, die miteinander verbunden sind und an benachbarte Freiräume anschliessen, für die Qualität der Überbauung und die Aufwertung des Quartiers eine entscheidende Rolle.

Artikel der «NZZ» zum Labitzke-Areal
Artikel des «Tages-Anzeiger» zum Labitzke-Areal

Labitzke-Areal

Studienauftrag im Einladungsverfahren mit acht Teilnehmern für die Projektentwicklung der Mobimo Management AG.
1. Rang, einstimmig zur Ausführung empfohlen
Annette Gigon / Mike Guyer Architekten, Zürich
Landschaft: André Schmid, Zürich; Baustatik: Lüchinger + Meyer Bauingenieure, Zürich; Gebäudetechnik: Peter Berchtold, Sarnen; Bauphysik: BAKUS Bauphysik & Akustik, Zürich; Elektroingenieur: Herzog Kull Group Zürich, Schlieren; Modell: Zaborowsky Modellbau, Zürich
Weitere Teilnehmer
– gus wüstemann, Zürich
– BS + EMI Architektenpartner, Zürich
– e 2 a eckert eckert architekten, Zürich
– Futurafrosch und Marcel Baumgartner, beide Zürich
– Knapkiewicz & Fickert, Zürich
– S&M Dello Buono Architekten, Zürich
– Rolf Mühletaler, Bern


Der Wettbewerb, das Siegerprojekt sowie die Projekte von Futurafrosch, Knapkiewicz & Fickert und Rolf Mühletaler werden in hochparterre.wettbewerbe 1/2014 detailliert vorgestellt. Erscheinungsdatum: 28. Februar 2014

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