Achtung: ein offenes Verfahren.

Von 0 auf 1

Gemäss einer Medienmitteilung der Stadt Zürich wird heute der Architekturwettbewerb zum Ersatzneubau der Schulanlage Borrweg in Zürich-Friesenberg ausgeschrieben. Besonderheit: Es ist ein offenes Verfahren.

Die Schulanlage Borrweg in Zürich-Friesenberg soll durch einen grösseren Neubau ersetzt werden. Dieser soll Platz für etwa 400 Schülerinnen und Schüler bieten und neben Klassenräumen auch eine Doppelsporthalle, eine Schulschwimmanlage sowie zusätzliche Musikschulräume umfassen.

Wie der Medienmitteilung der Stadt Zürich zu entnehmen ist, hat der Vorsteher des Hochbaudepartements 650 000 Franken zur Durchführung des Wettbewerbs bewilligt. Der gesamte Projektierungskredit von 6,7 Millionen Franken wird dem Gemeinderat noch vor den Sommerferien unterbreitet.

Lob verdient die Ausschreibung für eine Besonderheit, die bei öffentlichen Bauvorhaben eigentlich eine Selbstverständlichkeit sein sollte: Der Wettbewerb wird im offenen Verfahren durchgeführt. 

Der Zähler für Offene Wettbewerbe in der Deutschweiz anno 2019 wechselt damit von 0 auf 1. Sagenhaft! Die Situation, wie sie sich am 15. März 2019 präsentiert (bald ist ein Vierteljahr vergangen), ist dennoch deplorabel.

Wir zählen:

Offen ausgeschriebene Architekturwettbewerbe seit 1. 1. 2019 in der Deutschschweiz: 1

Offen ausgeschriebene Architekturwettbewerbe seit 1. 1. 2019 in der Westschweiz: 1

Offen ausgeschriebene Architekturwettbewerbe seit 1. 1. 2019 im Tessin: 1

Kommentare

leider wahr 15.03.2019 16:18
Ein Armutszeugnis für das Schweizer Wettbewerbswesen, was meines Erachtens eines der besten weltweit (und da muss man leider sagen) war! Auslober und Organisatoren müssen einfach angehalten werden, offene Wettbewerbe auszuschreiben und den "Teufelskreis" zu durchbrechen. Denn nach einer so langen "Pause" melden sich 200 Teilnehmer an und dann heisst es, offene Wettbewerbe seien wirtschaftlicher Unfug. Wenn aber alle Wettbewerbe offen wären, wäre die Teilnehmerzahl überschaubar. Ich hatte mir vom SIA mit seinem roten Stempelchen und dem BWA mit seinen Smileys mehr versprochen. ...und Frau Jauch-Stolz hat mir aus der Seele gesprochen.
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