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Verdichtung im Dorf

Roeoesli und Maeder Architekten gewinnen den Projektwettbewerb für die Zentrumsentwicklung in Hünenberg. Das Projekt erhalte den dörflichen Charakter trotz innerer Verdichtung.

In Hünenberg Dorf (ZG) haben sich die örtliche Totalunternehmerin Jego AG, die Katholische Kirchgemeinde und die Einwohnergemeinde zusammengetan, um das Dorfzentrum neu und dichter zu planen. Die drei Partnern besitzen benachbarte Parzelle in unmittelbarer Nachbarschaft von Dorfplatz, Kirche und Gemeindeverwaltung. Dort sollen nun ein Grossverteiler, ein Café und Kleinläden sowie Wohn- und Büroraum entstehen. Hünenberg erhofft sich «ein erkennbares, qualitätsvolles Zentrum, welches das Umfeld der Kirche respektiert und eine Belebung des bestehenden Dorfplatzes bewirkt». Da eine Umfahrung von Hünenberg bereits beschlossene Sache ist, rechnet man zudem mit einer Beruhigung der Chamerstrasse, die direkt an den Baufeldern vorbeiführt: Die neue Überbauung wäre dann Teil einer zukünftigen «strassenübergeifenden Zentrumsbildung».

Das prämierte Projekt von Roeoesli und Maeder setzt seinen Schwerpunkt nun nicht an der Chamerstrasse, sondern am kleinen Maihölzliweg, der seitlich von der Strasse wegführt: Hier platzieren die Architekten das Grossvolumen des Grossverteilers, hier schlagen sie – zurückversetzt von der Hauptstrasse – auch einen weiteren öffentlichen Platz vor. In den Augen der Jury gelingt damit eine ortsverträgliche Verortung der Neubauten: An der Chamerstrasse trete das grosse Volumen nur mit der Schmalseite in Erscheinung und nehme so in seiner Massstäblichkeit den dörflichen Charakter auf. «Geschickt» sei auch der frei gestellte, «äusserst gut proportionierte» Punktbau, den die Architekten zwischen Dorfplatz und Grossverteiler platziert haben. Der Dorfplatz erhalte damit eine angemessene Begrenzung, während der Grossverteiler «sozusagen in der zweiten Reihe» stehe. Dem neuen Platz am Maihöfliweg attestiert das Preisgericht zwar ein grosses Potential als selbstverständliche Erweiterung des Dorfplatzes, kritisiert aber seine zu grosse Dimension und das für Hünenberg fremde Baumraster. Insgesamt aber schaffe es das Projekt von Roeoesli und Maeder, die Massstäblichkeit und den dörflichen Charakter Hünenbergs trotz der inneren Verdichtung zu erhalten.

Zentrumsentwicklung Hünenberg Dorf

Projektwettbewerb auf Einladung für die JEGO AG Hünenberg
Fachrichter: Peter C. Jakob, Monika Jauch-Stolz, Albi Nussbaumer, Lars Ruge
– 1. Rang: ro.ma. architekten, Röösli & Maeder, Luzern, mit atelier tp Landschaftsarchitekten, Rapperswil
– 2. Rang: Amrein Herzig Architekten, Baar, mit Hüsler + Hess Landschaftsarchitekten, Luzern
– 3. Rang: Mozzatti Schlumpf Architekten, Baar, mit Erich Andermatt Partner, Zug

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