Visualisierung des neuen Zentrums in Zürich-Wiedikon

«Verbindende Geste»

Enzmann Fischer Architekten gewinnen den Wettbewerb für den Ersatzneubau des Zentrum Friesenbergs in Zürich. Reto Robbi beantwortet unsere drei Fragen.



Was ist die Erfindung am Siegerprojekt?
Reto Robbi: Die Kernidee zeigt sich in der konsequenten Ausbildung eines einzigen, langgezogenen und mäandrierenden Baukörpers über den gesamten Perimeter, der das neue Zentrum definiert. Die Figur spannt mit einfachsten Mitteln zwei präzise definierte und gut proportionierte Aussenräume auf und ordnet die vielen verschiedenen Nutzungen logisch an. Aus der städtebaulichen Setzung ergeben sich zwei grosszügige, untereinander verbundene Freiräume mit unterschiedlichem Charakter: hangseitig einen aktiven, städtischeren Zentrumsplatzraum und talseitig einen durchgrünten, kontemplativen Grünraum.

Wie verhält sich das Projekt zur Umgebung?
Die neue Zentrumsbebauung gliedert sich in den Kontext als ordnende und vermittelnde Figur ein. Als grosse und verbindende Geste zwischen den nördlich und südlich angrenzenden Gebieten schafft die Bebauung mit der Grossfigur einen Schwerpunkt innerhalb des FGZ-Gebietes. Sie sucht eine Anlehnung an die beiden Schulhäuser und die angrenzende Kirche, vermag aber dennoch als eigenständige Überbauung weit ins Quartier auszustrahlen und schafft einen Ort mit prägnanter Identität.

Wo lagen die grössten Schwierigkeiten im Wettbewerb?
Die lange, schmale und lärmexponierte Parzelle in Hanglage mit sehr widersprüchlichen Anforderungen bezüglich der Grundstücksorientierung stellte eine der Hauptschwierigkeiten auf städtebaulicher Ebene dar. Dazu kam die hohe Komplexität der heterogenen Nutzungen. Diese reichen vom Grossverteiler, kleinen Läden, Restaurant mit Mehrzwecksaal, FGZ-Geschäftsstelle über Gesundheitszentrum, Kindergarten, Hort und Atelierwohnungen bis hin zu 106 Wohnungen von 2.5 bis 4.5 Zimmern. Diese Nutzungen in Einklang zu bringen mit einer einfachen, logischen und klaren Organisation der Gesamtanlage erforderte viel Geschick.

Ersatzneubau Zentrum Friesenbergs, Zürich

Projektwettbewerb im selektiven Verfahren mit zehn Teams für die Familienheim-Genossenschaft Zürich (FGZ)
– 1. Rang: Enzmann Fischer Partner, Zürich, mit Koepfli Partner, Luzern, Martinelli + Menti, Luzern, 3-Plan Haustechnik, Winterthur
– 2. Rang: ARGE Thomas Schregenberger, Zürich, Zach+Zünd Architekten, Zürich
– 3. Rang: neff neumann architekten, Zürich
– 4. Rang: Michael Meier und Marius Hug Architekten, Zürich
– Weitere Teilnehmer: Dietrich Untertrifaller Stüheli Architekten, St. Gallen, und BKK-3 Architektur Ziviltechnik, Wien; BS + EMI Architektenpartner, Zürich; Knapkiewicz & Fickert Architekten, Zürich; Boltshauser Architekten, Zürich; Galli Rudolf Architekten, Zürich; Sergison Bates Architekten, Zürich

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