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Blick über den St.Galler Marktplatz Richtung Westen.
Blick über den St.Galler Marktplatz Richtung Westen.

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Marktplatzwettbewerb mit alten Vorgaben

Text: René Hornung / 4.07.2018 15:52

Foto: Stadt St.Gallen


Die Stadt St.Gallen hat einen weiteren Wettbewerb zur Neugestaltung des Marktplatzes und des benachbarten Bohl ausgeschrieben. Die Vorgaben für die öV-Haltestellen basieren auf zwei zuvor abgelehnten Projekten.

Ob der dritte Anlauf gelingen kann? Zweimal schon, 2011 und 2015, scheiterte die Neugestaltung der beiden nebeneinanderliegenden Plätze im Zentrum der Stadt St.Gallen am Nein der Stimmberechtigten. Der erste Wettbewerb schlug eine Markthalle und den Abbruch der Wartehalle von Calatrava vor, er war mit einer Parkgarage kombiniert und rief damit Opposition aus vielen Ecken hervor. Der zweite Anlauf verzichtete zwar auf die Markthalle, liess Calatravas Halle stehen und redimensionierte die Parkgarage, scheiterte aber trotzdem.

Jetzt sollen die Architekten und Landschaftsplaner ein neues Projekt vorschlagen – diesmal ganz ohne Tiefgarage. Das Garagenprojekt wurde in der Zwischenzeit aufgrund der Rekurse der Schutzverbände nicht bewilligt und die Initianten haben es abgeschrieben.

Der neue Wettbewerb basiert auf den Diskussionsresultaten des «Forums Marktplatz». In Grossveranstaltungen mit rund hundert Partei- und Interessenvertretern wurden dabei alle Fragen kontrovers diskutiert. Das sei eine gute Grundlage, erklärte St.Gallens Baustadträtin Maria Pappa. Gewünscht werde eine gründliche Neugestaltung, eine «Vision». Der Platz solle eine Freifläche anbieten, aber Bäume sind einzuplanen. Die Rondelle, eine Kleinbauten aus den 1950er-Jahren, solle bestehen bleiben, erweitert oder ersetzt werden. Calatravas Wartehalle könne verschwinden, wenn dies für ein Gesamtkonzept notwendig sei.

Ein Knackpunkt bei der Wettbewerbsvorbereitung waren die Haltekanten für die Busse und die Appenzeller Bahn. Längere und mehr Fahrzeuge sowie eine durchgehende Behindertenzugänglichkeit werden vorausgesetzt. 18 Varianten haben die externen Experten überprüft und übrig geblieben sind schliesslich zwei Vorschläge die schon 2011 resp. 2014 auf dem Tisch lagen: Die Verlegeung mindestens einer, womöglich aber beider Haltekanten westwärts, weg vom Bohn, hinüber auf den Marktplatz. Alle geprüften Verkehrsstudien und ihre Bewertungen hat die Stadt im Internet aufgeschaltet, so dass ein Projekt, das die Nachteile eines dieser abgelehnten Vorschläge beseitigen könne, «wohlwollend geprüft» werde. Ohne neue Argumente die Haltestellen anders als vorgegeben anzuordnen, werde aber zum Ausschluss aus dem Wettbewerb führen, stellte Stadtplaner Florian Kessler klar.

Während sich die Planer nun im Rahmen des anonymen und offenen Ideenwettbewerbs an die Arbeit machen, will die Stadt die Situation für die Markthändler mit Sofortmassanhmen verbessern. Dies nachdem nun rechtlich geklärt ist, dass die noch bestehenden Parkplätze auf dem Marktplatz aufgehoben werden dürfen. Der künftige Markt soll aus modulartig erweiterbaren Ständen bestehen, die nicht zu viel kosten dürfen und einfach transportierbar sein müssen.

Der aktuelle Wettbewerb wird im November und Dezember juriert.

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