Die schmale Seite des Hauses steht am Amthausquai an der Aare.

Stadtpalais an der Aare

Buchner Bründler Architekten gewinnen den Wettbewerb für ein Wohn- und Geschäftshaus am Amthausquai in Olten. Jonathan Hermann beantwortet unsere drei Fragen.

Buchner Bründler Architekten gewinnen den Wettbewerb für ein Wohn- und Geschäftshaus in Olten. Jonathan Hermann beantwortet unsere drei Fragen.

Was ist die Erfindung am Siegerprojekt?
Jonathan Hermann: Beim Entwurf handelt es sich um eine zeitgemässe Interpretation eines Stadtpalais. Diese Absicht war grundlegend sowohl für die Fassadengestaltung und -materialisierung als auch für die Entwicklung der Wohnungsgrundrisse. Die Wohnungstypologie des zu ersetzenden Altbaus war geprägt durch ein zentrales Entrée, um das sämtliche, teils miteinender verbundene, Räume angeordnet waren. Aus der Adaption dieses Grundrisses und einer Neuinterpretation dessen räumlicher Bezüge entstand eine offene Wohnungstypologie mit einer fliessenden Raumabfolge. Eine introvertierte Loggia artikuliert das durchgehende Wohnen mit Aussicht im Norden und Besonnung im Süden.

Wie verhält sich das Projekt zur Umgebung?
Der Ort ist geprägt von einer städtebaulichen Dualität. Das neue Stadpalais ist einerseits eingebunden in die Abfolge repräsentativer Solitärbauten entlang der Aarepromenade, andererseits fügt es sich in die geschlossene Bauweise des Stadtteppichs ein. Das Haus setzt sich von den Nachbarsgebäuden ab und vermittelt so zwischen Solitär und Blockrand.

Wo lagen die grössten Schwierigkeiten im Wettbewerb?
Die grösste Herausforderung lag in der Gestaltung der Fassade zur Aare. Dort wird die schmale Stirnseite des Wohnungsbaus zur repräsentativen Hauptfassade an der Promenade. Durch Abstufungen in der Putzfassade und in den Ecken angeordneten Loggien wird eine Tiefe erzeugt und so die Profilierung des benachbarten Aarhofes übernommen. Die Fassade verbindet grosszügige Öffnungen mit einer zurückhaltenden, jedoch soliden Präsenz. Eine überspielte axiale Symmetrie und eine klassische vertikale Dreiteilung stärken den repräsentativen Charakter. Insgesamt orientiert sich das Haus in seinem Erscheinungsbild an den umliegenden Gebäuden und der Oltener Bautradition.

Wohn- und Geschäftshaus Amthausquai, Olten

Projektwettbewerb auf Einladung mit sieben Architekturbüros für die Personalvorsorgestiftung der Ärzte und Tierärzte
– 1. Rang: Buchner Bründler Architekten, Basel
– 2. Rang: brügger architekten, Thun
– 3. Rang: Edelaar Mosayebi Inderbitzin, Zürich
– Weitere Teilnehmer: :mlzd, Biel; werk 1 architekten und planer, Olten; Lussi + Halter, Partner, Luzern; ssm architekten, Solothurn

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