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Skelett eines kleinen Reptils

99 Büros reichten Vorschläge für den Ergänzungsbau des Regierungsgebäudes in Frauenfeld ein, zwei wurden zu einer Überarbeitung eingeladen. Gewonnen hat das Projekt «dino» von Gäumann Lüdi von der Ropp Architekten.


Um die Räumlichkeiten für die Verwaltung zu bündeln, will der Kanton Thurgau  hinter dem Regierungsgebäude in Frauenfeld einen Ergänzungsbau erstellen. Dieser soll möglichst viele der bestehenden Arbeitsplätze aufnehmen, die heute auf verschiedene Mietliegenschaften in der Stadt verteilt sind. Zur Projektfindung wurde ein offener Wettbewerb durchgeführt, der  «Antworten zum städtebaulich maximal verträglichen Gebäudevolumen und zur Aufteilung der Nutzungen in ein oder mehrere Bauten geben» sollte. Das Gebäude sollte in Holzbauweise erstellt werden. 

99 Büros reichten Entwürfe ein. Die Jury machte Gebrauch von der Möglichkeit einer anonymen Überarbeitungsstufe, zu der die Projekte «Vinculum» von Enzmann Fischer Partner und «dino» von Gäumann Lüdi von der Ropp Architekten eingeladen wurden. Letzeres wurden schliesslich einstimmig zum Sieger gekürt. «Dino», schreibt die Jury, «erinnert in seinem strukturellen Aufbau an das Skelett eines kleinen Reptils, das im Rücken des prominenten Regierungsgebäudes sowohl baukörperlich wie stilistisch zwischen den unterschiedlichen Massstäben und Architekturen des Ortes zu vermitteln vermag». Als Holzbau bilde es eine selbstbewusste, zeitgemässe Erscheinung, die das repräsentative Regierungsgebäude stimmig ergänze. Im Inneren ist der Bau streng modular auf einem klassischen Büroraster aufgebaut. Der flexible Grundriss bietet Platz für rund 300 Arbeitsplätze. Mit den tiefsten Baukosten pro Arbeitsplatz konnte «dino» die Jury auch in wirtschaftlicher Hinsicht überzeugen, teilt der Kanton Thurgau mit.

Regierungsviertel Frauenfeld: Projektwettbewerb Ergänzungsbauten Regierungsgebäude
Anonymer Projektwettbewerb im offenen Verfahren für das Kantonale Hochbauamt Thurgau
Fachjury: Erol Doguoglu, Christof Helbling, Anna Jessen, Brian Baer, Konrad Merz
– 1. Rang (nach Überarbeitung): Gäumann Lüdi von der Ropp Architekten, Zürich
– 2. Rang (nach Überarbeitung): Enzmann Fischer Partner, Zürich
– 3. Rang: Marazzi + Paul Architekten, Zürich
- 4. Rang: Christian Huber Architekt, Zürich
– 5. Rang: pool Architekten, Zürich
– 6. Rang: MSM Architekten, Zürich

Ausstellung bis zum 30. August in der Konvikthalle, Promenadenstrasse 14, Frauenfeld, werktags 14-17 Uhr, samstags von 9-12 Uhr

Kommentare

Klaus Mareiter 24.08.2017 13:22
Vorsicht Kritik ! Aber was ist denn da passiert ? Im Modell. Im Lageplan. Auf den Bildern. Der Städtebau überzeugt mich jedenfalls nicht. Wozu diese kleinteilige Aufgeregtheit ? Das neue Objekt macht das ohnehin schon heterogene Umfeld mit seinen Hinterhöfen nervöser, noch diffuser. Die Aufgabe war ein Erweiterungsbau eines stattlichen Regierungsgebäudes - Wo bleibt die ernsthafte Antwort im Ausdruck, in der Masse ? Auf welcher Ebene findet hier der Dialog zum Bestand statt ? Die Situation mit Blick von der Strasse wirkt für mich kontextuell völlig austauschbar - leider völlig unstimmig ! Auf den Bildern fragt man sich fast ein wenig wo die Liegestühle, die aufgehängte Wäsche und die Frau mit Kinderwagen geblieben sind.
Marco Naef 25.08.2017 07:52
Ein Jahr Zeit gebraucht um so einen Mist zu küren? Ich hoffe es werden wenigstens die Buchhalter des Kantons glückllich - das Architektenherz blutet derweil...
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Ich kann das Bild nicht lesen