Das drittrangierte Projekt von Berrel Berrel Kräutler Architekten

Seltsames Urteil

Die Zürcher Architekten Berrel Berrel Kräutler belegen im Wettbewerb für das Bauhaus-Museum unter 831 Einreichungen den dritten Rang. Ein schöner Erfolg in einem merkwürdigen Verfahren: Wie das Museum dereinst aussehen soll, weiss man noch immer nicht.

Die Stadt Dessau wünscht sich zum hundertjährigen Bauhaus-Jubiläum im Jahr 2019 ein neues Museum. Treibende Kraft hinter dem Vorhaben ist Sachsen-Anhalts Kultusminister Stephan Dorgerloh, der gleichzeitig Vorsitzender des Stiftungsrates des Bauhauses ist. Vor zwei Jahren sorgte er in Architektenkreisen für Empörung, als er den damaligen Direktor der Stiftung Bauhaus Dessau, Philipp Oswalt, nach einer erfolgreichen ersten Amtszeit ohne einsichtige Begründung suspendierte. Wie die deutsche «Bauwelt» unter dem Titel «Wer stoppt Stephan Dorgerloh?» später aufdeckte, hing die Entlassung von Oswalt just mit jenem Museum zusammen, für das nun ein Wettbewerb durchgeführt wurde. Während die Stiftung unter Oswalt zum Schluss kam, dass das Bauhaus-Museum aus logistischen, finanziellen und kulturellen Gründen in der Nähe des historischen Bauhaus angesiedelt werden müsste, präferierte Dorgerloh von Beginn weg den Standort im innerstädtisch gelegenen Stadtpark. Damit würden die räumlich-historischen Zusammenhänge der „Bauhausstadt“ zugunsten eines zweifelhaften Stadtmarketings verschleiert, rügte die «Bauwelt» – und bezichtigte Dorgerloh der «kulturpolitischen Rüpelei». Der Kultusminister aber setzte den Bauplatz in der Innenstadt trotz massiver Kritik von Museums- und Stadtplanern durch und leitete den Architekturwettbewerb in die Wege.Nun ist der Wettbewerb abgeschlossen, und Dorgerloh schwärmt bereits von einem «Leuchtturm» für Dessau. Allein: Wie dieser Leuchtturm aussehen soll, wer ihn dereinst bauen wird, ja, ob 2019 überhaupt ein Museum gebaut sein wird, steht in den Sternen. Die Jury konnte oder wollte sich nämlich auf keinen Sieger festlegen, sondern vergab zwei erste Preise. Die beiden Erstplatzierungen seien sehr gegensätzlich, liess sich Jurymitglied Chris Dercon zitieren. Es sei dies eine Chance, «jetzt international in der Öffentlichkeit un...
Seltsames Urteil

Die Zürcher Architekten Berrel Berrel Kräutler belegen im Wettbewerb für das Bauhaus-Museum unter 831 Einreichungen den dritten Rang. Ein schöner Erfolg in einem merkwürdigen Verfahren: Wie das Museum dereinst aussehen soll, weiss man noch immer nicht.

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