Das Siegerprojekt von Boltshauser Architekten Fotos: Boltshauser Architekten

Roger Boltshauser kann doch gewinnen: Forschungsgebäude an der ETH Zürich

Boltshauser Architekten zeigen, dass sie noch gewinnen können. Sie werden ein neues Forschungsgebäude für die ETH planen.

Die ETH Zürich plant ein neues Forschungsgebäude (GLC) im Zentrum. Der Neubau entsteht anstelle eines bestehenden Gebäudes und soll zum Zentrum für Medizintechnik werden. Die Jury entschied sich für das Projekt des Zürcher Büros Boltshauser Architekten, der nach mehreren zweiten Rängen in verschiedenen Wettbewerben wieder einmal erfolgreich ist.
Die ETH Zürich baut die «Gesundheitswissenschaften» aus und vereint verschiedene Forschungsbereiche im neuen Departement «Health Science and Technology» zu einer Lehr- und Forschungseinheit. Ziel ist, dass verschiedene Forschungsgruppen unter idealen Bedingungen Disziplinen übergreifend arbeiten können und so ein intensiver Austausch gefördert wird.
Das neue Forschungsgebäude GLC nutzt die Fläche optimal aus, sodass eine Nutzfläche von über 10 000 Quadratmetern  entsteht. Diese wird für verschiedene Labortypen, Technologie-Plattformen und Büroräume benötigt, da im neuen Gebäude mindestens zehn ordentliche Professuren mit durchschnittlich 20 Mitarbeitenden einziehen sollen. Für das GLC werden Gesamtkosten von über 140 Millionen Franken veranschlagt. Mit den Vorbereitungsarbeiten für den Neubau wird im Herbst 2013 begonnen. Im Sommer 2016 soll das Gebäude bezugsbereit sein.
Die Jury hebt besonders die städtebauliche Lösung und die Snythese mit dem Bestand hervor: Der Neubau wird nahtlos an das bestehende Gebäude ETZ angefügt und formuliert mit diesem eine Gesamtanlage mit einem zentralen Innenhof, in dem sich der Paul-Scherrer-Hörsaal befindet. Das bisher dominante ETZ-Gebäude wird damit Teil eines klar strukturierten Gebäudekörpers, der sich massstäblich und volumetrisch mit grosser Selbstverständlichkeit in die Situation einfügt. Überzeugend ist die städtebauliche Setzung insbesondere gegen die Gloriastrasse: Obwohl der Neubau streng in der Geometrie der ETH-Bauten angelegt ist, wird der Verlauf der Strasse durch die Staffelung der Bauten nachgezeichnet. Der eigentliche entwerferische Kniff des Siegerprojekts sei aber das Etablieren eines Hauptgeschosses auf dem Niveau des Innenhofes, von welchem die Gebäude GLC und ETZ sowie der Paul-Scherrer-Hörsaal erschlossen werden. Dadurch werde Klarheit und Überblick geschaffen.

Neubau Forschungsgebäude GLC, Zürich

Projektwettbewerb im selektiven Verfahren für Architekten und Generalplaner mit 15 Teilnehmern für die ETH Zürich

1. Rang: Boltshauser Architekten, Zürich

2. Rang: Fiechter & Salzmann Architekten und architekturbüro bosshard und partner, Zürich (Nachwuchs)

3. Rang: Marte.Marte Architekten, Dornbirn

4. Rang: David Chipperfield Architects, Berlin, und Itten Brechbühl, Zürich

5. Rang: Dürig, Zürich

6. Rang pool Architekten, Zürich

7. Rang: Caruso St John Architects, London

Weitere Teilnehmer:

– KSG Architekten und Stadtplaner, Köln

– Nickl & Partner Architekten, München

– Gigon / Guyer Architekten, Zürich

– JDS Architects, Kopenhagen (Nachwuchs)

– :mlzd, Biel

– Burkard Meyer Architekten, Baden

– Sergison Bates, London

– Darlington Meier Architekten, Zürich (Nachwuchs, nicht abgegeben)

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Kommentare

Egon 30.05.2011 17:11
Ein Nachwuchsteam aus Kopenhagen? Die Frage sei erlaubt, ob es nicht mehr Sinn machen würde, den eigenen Nachwuchs zu fördern, anstatt einen von zwei Startplätzen Nachwuchs an ein Büro in Kopenhagen zu vergeben. Aber andererseits kann sich das andere ausgewählte Nachwuchsbüro, Darlington Meier, es sich offenbar leisten, gar nicht erst abzugeben. - So oder so: Der Rest der Nachwuchsarchitekten kann sich zu Recht brüskiert fühlen.
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