Im Untergeschoss des Siegerprojekts Fotos: Bosshard Vaquer Architekten

Raumsequenz in der Villa Maraini

Bosshard Vaquer Architekten gewinnen den selektiven Wettbewerb für den Umbau der Villa Maraini, den Sitz des Schweizer Instituts in Rom. Meritxell Vaquer und Daniel Bosshard beantworten unsere drei Fragen.

Bosshard Vaquer Architekten gewinnen den selektiven Wettbewerb für den Umbau der Villa Maraini, dem Sitz des Schweizer Instituts in Rom. Meritxell Vaquer und Daniel Bosshard beantworten unsere drei Fragen.

Was ist die Erfindung am Siegerprojekt?
Meritxell Vaquer und Daniel Bosshard: Mehr als eine Erfindung war der Wettbewerbsentwurf ein Prozess des genauen Hinschauens und des Verstehens der über hundertjährigen Villa Maraini. Wie lassen sich die Vorstellungen des Auslobers von einem Mehr an Gemeinschaft am Instituto Svizzero mit jährlich zwölf Stipendiaten aus Kultur und Wissenschaft und einer Öffnung für das Publikum räumlich umsetzen?
Gefordert war ein Zugang über das bestehende Pförtnerhaus auf Strassenniveau und die Anbindung der Villa mit einem neuen unterirdischen Foyer. Unser Augenmerk galt der Wegführung als eine Raumsequenz in die bestehenden Räumlichkeiten. Eine hier neu geschaffene zweigeschossige Halle ermöglicht das Ankommen in der Villa, Querblicke und einen ersten Bezug zum Garten. Zusätzlich bestand der Wunsch nach einem Dachaufbau mit drei Ateliers als ein Zeichen für das Instituto in der Stadt.

Wie geht das Projekt mit dem Bestand um?
Das Projekt respektiert den Bestand, indem es mit und an ihm weiterarbeitet, es nimmt einen Dialog auf. Die bestehende unterirdische Verbindung zwischen Pförtnerhaus und Villa von Flora Ruchat bleibt in den wesentlichen Teilen, ihrem Auftakt und dem ovalen Liftvestibül erhalten. Unsere neuen Hallen mit gewölbeartiger Lichtdecke- eine Referenz an die Grotte beim Eingang- sind dazwischen eingefügt. Zugunsten eines neuen Ganzen sind auch grössere Eingriffe in die Substanz zulässig, wie der erwähnte Deckenausbruch für die neue Halle im Kern des Hauses. Die Hierarchien in der Materialisierung des Hauses werden weitergeführt.

Wo lagen die grössten Schwierigkeiten im Wettbewerb?
Das Wettbewerbsprogramm liess einen relativ grossen Interpretationsspielraum offen im Bezug auf die zentralen Fragen, wie der Austausch im Alltag der Stipendiaten verbessert und durch welche Massnahmen die sporadische Öffnung der Villa für unterschiedliche Publikumsanlässe möglich gemacht werden könnte.

Villa Maraini, Rom

Projektwettbewerb im selektiven Verfahren mit 8 Büros (65 Bewerbungen) für die Schweizerische Eidgenossenschaft

1. Rang

Bosshard Vaquer Architekten, Zürich; Mitarbeit: Meritxell Vaquer, Daniel Bosshard, Corinne Weber, Jonas von Wartburg; Bauingenieur: Conzett Bronzini Gartmann, Chur; Bakus Bauphysik & Akustik, Zürich; Visualisierungen: Karin Gauch und Fabien Schwartz

2. Rang

:mlzd, Biel

3. Rang

Christ & Gantenbein Architekten, Basel

4. Rang

Durisch + Nolli Architetti, Massagno

5. Rang

Buol & Zünd Architekten, Basel

Ankauf

bakker & blanc architectes associés, Lausanne

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