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Pragmatische Coolness

Penzel Valier gewinnen den als «Gesamtleistungsstudie» ausgeschriebenen Wettbewerb für den Neubau der Kriminalabteilung in Zürich-West.

Gegenüber den geschwungenen Rampen des Toni-Areals will die Kriminalabteilung der Stadpolizei einen Neubau errichten, der ihre verstreuten Räumlichkeiten an einem Ort zusammenfassen soll. Dazu wurde eine sogenannte «Gesamtleistungsstudie» ausgeschrieben, was heisst, dass die Architekturbüros mit einem Totalunternehmer zusammenarbeiten und letzterer einen »verbindlichen Werkpreis» offerieren musste (die Stadt rechnet mit einem Objektkredit von rund 85 Millionen Franken). Auf welche Höhe sich der Werkpreis des prämierten Projekts vom Team Penzel Valier / Erne Bauunternehmung nun beläuft, wird nicht kommuniziert, man erfährt aber immerhin, dass das das Projekt hinsichtlich Nachhaltigkeit und Wirtschaftlichkeit «die gesteckten Ziele mit scheinbarer Leichtigkeit erreichen kann».
Halten wir uns also an die Architektur, deren dynamische Form und abgestufte Fassade gemäss heutiger Medienmitteilung «zwar robust» wirke, aber einen qualitätsvollen städtischen Raum schaffe. Warum «zwar»? In der Vermählung des Robusten mit dem Dynamischen liegt die selbstbewusste Qualität des Entwurfs – auf einer architektonischen genauso wie auf einer städtebaulichen Ebene. Die resultierende Form erinnert irgendwo an ein grosses Schiff, das im Industriequartier gestrandet ist, und so tritt an die Stelle kontextueller Freundlichkeit eine pragmatische Coolness. An diesem Ort und mit diesem Programm (in dieser Ausformulierung auch) ist das richtig. Wie die Jury bemerkt, gelingt es den Verfassenden, «den auf den ersten Blick unüberwindbaren Widerspruch zwischen repräsentativem öffentlichem Anspruch und einer doch recht hermetischen, ja pragmatischen Nutzungsstruktur zu verschränken.»

Kriminalabteilung Stadtpolizei Mühleweg, Zürich-West
Gesamtleistungsstudie im selektiven Verfahren für das Amt für Hochbauten, Stadt Zürich
Fachjury: Jeremy Hoskyn, Julia Sulzer, Franziska Manetsch, Andy Senn, Astrid Staufer
– 1. Rang: Penzel Valier, Zürich, mit Erne Bauunternehmung, Frick
Weitere Teilnehmer:
– Bob Gysin und Partner, Zürich, mit S+B Baumanagement, Olten
– Berrel Berrel Kräutler, Zürich, mit Erne Holzbau, Laufenburg
– Annette Gigon / Mike Guyer Architekten, Zürich, mit Anliker Generalunternehmung, Emmenbrücke

- Caruso St John Architects, Zürich, mit HRS Real Estate, Zürich

Sämtliche Projekte sind von Mittwoch, 25. Januar, bis Sonntag, 5. Februar 2017, im Ausstellungsraum des Amts für Hochbauten Stadt Zürich, Pavillon Werd, Morgartenstrasse 40, 8004 Zürich zu sehen.
Montag bis Freitag 16 bis 20 Uhr, Samstag/Sonntag 14 bis 18 Uhr

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