Aussenperspektive

Mehr als eine Erweiterung

Fiechter & Salzmann gewinnen den Wettbewerb für die Erweiterung des Alterheims in Kaltbrunn. Mit bescheidenen Mitteln gelingt eine Nobilitierung.

Das Altersheim Schönau liege «wunderschön im Grünen», liest man auf der Website der sankt-gallischen Gemeinde Kaltbrunn. Das stimmt – nur steht der Bau bei Lichte besehen auch etwas verloren in der Landschaft. Und wären da nicht die drei Fahnenstangen bei der Vorfahrt, so würde wenig auf eine halböffentliche Institution wie ein Alters- und Pflegeheim hinweisen. Aus der Ferne stellt sich eher der Eindruck eines zu gross geratenen Mehrfamilienhauses ein. Für den Alters- und Pflegeheimbetrieb hingegen war das Gebäude zu klein geworden. Die Gemeinde hat deshalb einen Wettbewerb ausgeschrieben. Fiechter & Salzmann gewinnen mit einem Vorschlag, der die vorhandenen Qualitäten bejaht, dem Altersheim aber gleichzeitig zu einem angemessenen öffentlichen Auftritt verhilft. Sanierung und Erweiterung gehen hier mit einer subtilen Nobilitierung der Situation und der bestehenden Architektur einher: im Aussenraum durch eine grosszügige gefasste Aussichtsterrasse, einen sichtbaren Eingang und durch die Präsenz von öffentlichen Nutzungen im Erdgeschoss, architektonisch durch einen präzisen Dachabschluss, der das Giebeldach des Bestandes ersetzt und Alt und Neu auf selbstverständliche Art zusammenbindet. Das «Neue» tritt dabei ohne übertriebene architektonische Ambitionen auf – es orientiert sich weitgehend an der Struktur des Bestandes. Die architektonischen Mittel, schreibt die Jury dazu, würden zurückhaltend und präzise zugunsten einer neuen Gesamterscheinung eingesetzt: «Es resultiert eine wohltuende Einfachheit und hohe Selbstverständlichkeit der neuen Gesamtanlage.»

Sanierung und Erweiterung Altersheim Schönau, Kaltbrunn (SG)
Selektiver Wettbewerb im anonymen Verfahren für die Gemeinde Kaltbrunn
Fachjury: Hubert Bischoff, René Hochuli, Markus Schaefle, Beat Loosli
– 1. Rang: Achitekturbüro Fiechter & Salzmann, Zürich
– 2. Rang: Oestreich + Schmid, Architekten, St. Gallen
– 3. Rang: Oliv Brunner Volk Architekten, Zürich
– 4. Rang: Aschwanden Schürer Architekten, Zürich
 

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