Kunstmuseum Lausanne: höfliche Antwort auf den offenen Brief

Der Kanton hat nun auf den offenen Brief der einstigen Wettbewerbsgewinner geantwortet, die man im neuen Wettbewerb nicht berücksichtigte.

Nun hat sich der Kanton Waadt doch noch auf den offenen Brief geantwortet. Zuerst bedanken sich der Departementschef Philippe Pont und der Chef der Projektabteilung Yves Golay bei Berrel Berrel Kräutler für ihre gute Zusammenarbeit für das an der Urne gescheiterte Museumsprojekt. «Auch wir bedauern den negativen Ausgang der Volksabstimmung.»  Darauf habe der Regierungsrat entschieden das Projekt am See trotz aller Qualitäten definitiv aufzugeben. Das Verfahren ist also neu ausgeschrieben worden. Und nun wird es im Brief interessant: «Obwohl mehrere Personen, die damals mit Ihnen zusammengearbeitet und Ihr Projekt verteidigt hatten, intervenierten, fand die Mehrheit der Jury, darunter Fach- und Sachpreisrichter, dass die abgegeben Referenzen im Vergleich zu den andern Dossiers nicht genügten um Ihre Bewerbung zu berücksichtigen.» Sie würden die Enttäuschung verstehen und dies dürfe nicht als Negieren der geleisteten Arbeit verstanden werden. Doch die Jury habe sich einfach nur strikt an die Regeln der SIA-Wettbewerbsnorm gehalten, um alle Konkurrenten gleich zu behandeln. Das ist den jüngeren Architekten Balsam auf der Seele, lässt sie aber auch draussen vor der Tür stehen. Hätten sie sich wirklich gegen den Entscheid wehren wollen, hätte sie rekurrieren müssen.

Kommentare

Raphael Kräutler 07.02.2011 15:58
Eine kleine Bemerkung noch zum Rekurs: Wir haben uns schon rechtlich beraten lassen und zwei verschiedene Anwaltskanzleien um eine Einschätzung gebeten. Beide haben uns allerdings keine Chancen eingeräumt. Die neue SIA 142 schützt den Architekten besser, aber wir sind noch unter die alte Ordnung gefallen.
Thomas Fuhrer 08.02.2011 14:05
Man müsste wohl bei der Auswahl dabei gewesen sein, um die Erklärung der Zuständigen des Kantons und die Liste der ausgewählten Teams wirklich nachvollziehen zu können. So aber bleibt ein äusserst schaler Nachgeschmack hängen. Aber was hätten die Beamten vom Kanton auch anderes sagen können? Immerhin haben/mussten sie antworten, das ist doch schon eine Leistung.
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