Das Siegerprojekt mit drei neuen Häusern Fotos: Igual & Guggenheim

«Kostengünstig und kompakt»

Igual & Guggenheim gewinnen einen Projektwettbewerb für neue Genossenschaftshäuser in Wetzikon. Sancho Igual beantwortet unsere drei Fragen.

Igual & Guggenheim gewinnen einen Projektwettbewerb für neue Genossenschaftshäuser in Wetzikon. Sancho Igual beantwortet unsere drei Fragen.

Was ist die Erfindung am Siegerprojekt?

Sancho Igual: Das Projekt orientiert sich an der durchlässigen und offenen Siedlungsstruktur des Wohnquartiers. Mit drei viergeschossigen Mehrfamilienhäusern wird der Massstab des benachbarten Umfelds aufgenommen. Die Baukörper sind in angemessener Distanz zueinander gesetzt, so dass attraktive Aus- und Durchblicke entstehen. Durch die leicht geknickten Längsfassaden wird dies zusätzlich unterstützt. Die Volumen sind einfach und kubisch gehalten. Der architektonische Ausdruck der Neubauten mit sich wiederholenden französischen Fenstern, raumhohen Fensterläden und leicht ausladenden Dächern vermittelt ein beinahe mediterranes, wohnliches Ambiente. In der heterogenen Umgebung schaffen die drei Häuser eine eigene und bewusst zurückhaltende Identität.
Die insgesamt 36 alters- und behindertengerechten Mietwohnungen sind kostengünstig und kompakt konzipiert: Das Grundrisslayout mit einer offenen und fliessenden Raumfigur für Küche, Essen und Wohnen verzichtet auf unnötige Zirkulationsflächen und bietet eine hohe Nutzungsflexibilität.

Wie verhält sich das Projekt zur Umgebung?

Die neue Bebauung wird mit der bestehenden Genossenschaftssiedlung mittels eines integrativen Wegsystems aus unterschiedlichen Aufenthalts- und Begegnungszonen verbunden. Im Übergang von alter und neuer Siedlung wird ein Siedlungsplatz mit Gemeinschaftsraum als generationenübergreifender Treffpunkt angeboten. Die Häuser verfügen über grosszügige und durchschüssige Eingangshallen, die an dieses siedlungsinterne Wegnetz angebunden sind. Die städtebauliche Setzung wird durch ein einfaches Umgebungkonzept unterstützt: Um die gesamte Parzelle wird eine Magerwiese mit punktuell kurzstämmigen Bäumen vorgeschlagen, um die Häuser herum wird konventioneller Rasen gepflanzt. Von den Gebäuden losgelöste «Garteninseln» stehen den Gartenwohnungen nebst Loggien als zusätzliche Sitzplätze zur Verfügung.

Wo lagen die grössten Schwierigkeiten im Wettbewerb?

Die neue Siedlung etabliert eine vergleichsweise hohe Ausnützung im Quartier. Der planerische Eingriff erfolgt im Sinne des stets propagierten, verdichteten Bauens. Die städtebauliche Herausforderung zeigte sich im Implementieren einer adäquaten Bebauung in einer Nachbarschaft, die von mehrheitlich kleinkörnigen Bauten geprägt ist.

Neubau Mehrfamilienhäuser Schöneichstrasse, Wetzikon
Projektwettbewerb im Einladungsverfahren mit 6 Teilnehmern für die Gemeinnützige Baugenossenschaft Wetzikon
Fachpreisgericht: Martin Eicher, Lukas Steiner, Marianne Dutli Derron
1. Rang
Igual & Guggenheim, Zürich; Mitarbeit: Sancho Igual, Yves Guggenheim, Tudor Munteanu
Weitere Teilnehmer
Galli Rudolf Architekten, Zürich
raumfindung, Rapperswil
Architekten Hirzel, Wetzikon
Hodel Architekten, Wetzikon
meierpartner architekten, Wetzikon

Kommentare

Kommentar schreiben
Ich kann das Bild nicht lesen