Schulhaus Mellingen: Aussenansicht Fotos: Rolf Meier & Martin Leder Architekten

Komplexe Zugangsanforderungen

Rolf Meier & Martin Leder Architekten gewinnen den selektive Projektwettbewerb für die Erweiterung eines Schulhauses in Mellingen AG. Rolf Meier beantwortet unsere drei Fragen.

Rolf Meier & Martin Leder Architekten gewinnen den selektive Projektwettbewerb für die Erweiterung eines Schulhauses in Mellingen AG. Rolf Meier beantwortet unsere drei Fragen.

Was ist die Erfindung am Siegerprojekt?
Durch die unterschiedlichen Niveaus der beiden Eingänge ergab sich im Innern eine Split-Level-Erschliessungsfigur, die massgeschneidert für das heterogene Raumprogramm entwickelt wurde. Vom überhohen Foyer gelangt man zum unteren Eingang für Turnhalle und Musikschule sowie in die obere Erschliessungshalle der Schule. Durch die weiteren halbgeschossig versetzten Treppenläufe und den über Dach belichteten Luftraum werden die drei Schulebenen räumlich zusammengebunden. Abschluss dieser offenen und flexibel nutzbaren Raumeinheit bildet eine Art Lernlandschaft im Dachgeschoss. Ein Lichthof ermöglicht interne Sichtbeziehungen, belichtet die angrenzenden Räume und bietet eine Terrasse für Aussenarbeiten. Somit konnten wir unsere räumlichen und atmosphärischen Ansprüche an die Erschliessungszone trotz komplexer Zugangsanforderungen aufrechterhalten.

Wie verhält sich das Projekt zur Umgebung?
Der Erweiterungsbau bildet mit dem Bestand ein öffentliches Gebäudeensemble. Wichtig war uns eine Präsenz zur Eingangsseite, die das bestehende Primarschulhaus mit einbezieht und eine angemessene Adressbildung gewährleistet. Gleichzeitig werden durch die präzise Gebäudeposition die verschiedenen Aussenräume klarer definiert. Der öffentliche Eingang für die Abendnutzungen der Vereine erfolgt direkt vom Zugangsniveau. Der höher gelegene Pausenplatz gewährt einen gedeckten Zu- und Eingang für den Schulbetrieb. In der äusseren Erscheinung wurde ein umlaufendes Thema mit grossen Öffnungen für die unterschiedlichen Nutzungen von Schule und Sport gesucht. In diese strukturellen Öffnungen sind flexible Füllungen eingelassen. Feste Rahmenteile, Verglasungen und Lüftungsflügel, als Ausdruck der inneren Nutzung, beleben durch ihre Unterschiedlichkeit das Fassadenbild.

Wo lagen die grössten Schwierigkeiten im Wettbewerb?
Das Raumprogramm war mit den vier Nutzergruppen Sport, Musikschule, Oberstufe sowie Primarschule ungewohnt heterogen. Dies führte zu einem anspruchsvollen Erschliessungskonzept, wie es in Antwort 1 bereits beschrieben wurde. Durch das Integrieren aller Nutzungen in ein Volumen wurde das statische System unter Berücksichtigung der geforderten Wirtschaftlichkeit zur weiteren Herausforderung. Die grosse Spannweite der Doppelturnhalle wird mit zwei raumhohen als Träger ausgebildeten Wandscheiben überspannt. Die vertikalen Treppenkerne sowie die tragend ausgebildeten Fassaden stellen eine möglichst flexible Raumunterteilung sicher. Sämtliche Zwischendecken und das Dach sind mit vorfabrizierten und akustisch wirksamen Rippendecken konzipiert. Die robuste Materialisierung im Innern ist direktes Abbild der statischen Elemente und unsere Antwort auf den engen Kostenrahmen.

Schulhaus Mellingen

Projektwettbewerb im selektiven Verfahren mit sechs Teilnehmern für die Gemeinde Mellingen
1. Platz: Rolf Meier & Martin Leder, Baden
2. Platz: Flechter & Salzmann, Zürich
3. Platz: Graf Biscioni Architektur, Winterthur
4. Platz: Oeschger Architekten, Hausen AG
5. Platz: Egli Rohr Partner AG, Baden-Dättwil
6. Platz: Nägele Twerenbold Architekten, Zürich

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