Obergeschoss

«Kompakter geht kaum»

Mit einem Entwurf des Typs Lernlandschaft gewinnen Morscher Architekten den selektiven Wettbewerb für ein neues Schulhaus in Nidau. «Kompakter und noch weniger Verkehrsfläche geht kaum», schreibt Cornelius Morscher.


Die Stadt Nidau hat einen selektiven Wettbewerb für ein neues Schulhaus ausgeschrieben. Aufgrund der Dringlichkeit des Raumbedarfs soll dieses möglichst rasch realisiert werden und bereits im Schuljahr 2021/22 zur Verfügung stehen. Den Wettbewerb gewinnen Morscher Architekten mit einem Projekt des Typs Lernlandschaft. «Lange dunkle und ungenutzte Gänge gibt es nicht mehr», schreibt Cornelius Morscher dazu, «die multifunktionalen Vorzonen zu den Klassenzimmern können bespielt, möbliert oder mittels Schiebewänden auch einfach als Erweiterung zu den Klassenräumen genutzt werden. Kompakter und noch weniger Verkehrsfläche geht kaum...» 

Auch für die Jury stellt der Entwurf eine «überzeugende Antwort auf die komplexe Aufgabenstellung» dar. Die vorgeschlagene Raumstruktur erzeuge eine hohe atmosphärische Dichte und sei eine stringente Umsetzung heutiger Anforderungen an unterschiedliche Unterrichtsformen. Der Neubau ergänzt die bestehende Anlage beim Schulhaus Burgerbeunden. Die Jury lobt die «äusserst präzisen Setzung des integrativen, zweigeschossigen Bauvolumens», dank der es gelinge, das heterogene Ensemble signifikant zu stärken. 

Ceterum censeo... Auch für das Schulhaus Nidau gilt, was beim Restaurant Schifflände Uster galt: Grösse und Umfang der Aufgabe wären prädestiniert gewesen für ein offenes Verfahren. Warum ein öffentlicher Bauherr auf den selektiven Wettbewerb ausweicht, ist trotz Termindruck nicht nachvollziehbar. Leidtragende sind die Wettbewerbs- und in der Folge die Architekturkultur. Beworben hatten sich hier 95 Architekturbüros, 15 wurden zum Wettbewerb eingeladen. Zwei der ausgewählten Büros meldeten sich wieder ab – sie hatten dann doch keine Zeit.

Neubau Schulhaus Beunden Ost, Nidau
Projektwettbewerb im selektiven Verfahren für die Stadt Nidau
– 1. Rang: Morscher Architekten, Bern
– 2. Rang: E2A Piet Eckert und Wim Eckert Architekten, Zürich
– 3. Rang: Meyer Gadient Architekten, Luzern
Weitere Teilnehmer:
– Burkhard Meyer Architekten, Baden
– Manetsch Meyer Architekten, Zürich
– spaceshop Architekten , Biel
– Fiechter & Salzmann Architekten, Zürich
– :mlzd, Biel
– Sollberger Bögli Architekten, Biel/Bienne
– pool Architekten, Zürich
– AMJGS Architekten, Zürich
– Karamuk Kuo Architekten, Zürich
– soppelsa architekten, Zürich



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