Luca Camponovo und Marianne Baumgartner vor ihrem Gemeinschaftsatelier im Zürcher Kreis 4 Fotos: Markus Frietsch

Kleine Extravaganzen

Ein junges Architektenpaar setzt sich in einem offenen Wettbewerb gegen 70 Konkurrenten durch. Noch sucht das Büro, findet aber schon schöne Formen. Auf Atelierbesuch bei camponovo baumgartner architekten.

Die Aufgabe: ein Betreuungsgebäude auf einem Schulareal. Wie ist es für Kinder, den ganzen Tag in einer Schule zu verbringen, fragten sich Marianne Baumgartner und Luca Camponovo. Sie antworten mit einer zu gross geratenen Villa für das frei stehende Hortgebäude, also nicht mit einem Schulhaus. Die Aufenthaltsräume, die vielleicht später einmal zu Schulzimmern werden, stattet das Architektenpaar mit Erkern und Nischen aus – die Kinder sollen sich heimisch fühlen. Und warum gewinnt es den Wettbewerb? Der Städtebau sei entscheidend gewesen, sagen die Architekten. Sie konnten der Versuchung widerstehen, einen Pavillon in den Park zu stellen, wie es viele ihrer siebzig Konkurrenten getan haben. Das neue Haus zählt sich zur Stadt, sucht den Kontakt und teilt die Aussenräume geschickt auf in Sportplatz, Pausenplatz, Hort- und Kindergartenaussenraum. Marianne Baumgartner ist Tochter eines Architekten und damit geprägt von der Ulmer Schule. Studiert hat sie an der ETH in Zürich bei Josep Lluís Mateo, an dessen Professur sie auch Assistentin war. Wie geht etwas um die Ecke? Wie schaut man die Dinge an? Bei Mateo hat sie die konzeptuelle Stringenz gelernt. Luca Camponovo hat sein Studium in Lausanne begonnen, verbrachte sein Praktikum in Berlin und wechselte nach Zürich, weil es die interessantere Stadt als Lausanne war. Trotzdem ist er von Martin Steinmanns Wohnungsbau geprägt und vor allem von Philippe Gueissaz. Bei ihm entwickelte er ein Gespür für Grundrisse und für die forme urbaine, für den Städtebau und für Masse und Leere. Nach dem Studium arbeiteten die zwei in verschiedenen Büros – Luca Camponovo zum Beispiel vier Jahre bei Müller Sigrist –, nahmen aber gleichzeitig schon an Wettbewerben teil und bauten für die Familie ein Haus in walliserischen Goms um, wo sie sogar – zwar noch mit einem Götti im Hintergrund – die Bauleitung ü...
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Ein junges Architektenpaar setzt sich in einem offenen Wettbewerb gegen 70 Konkurrenten durch. Noch sucht das Büro, findet aber schon schöne Formen. Auf Atelierbesuch bei camponovo baumgartner architekten.

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