Längsschnitt

Innovative Strukturen

Nomen est omen: Beim Wettbewerb für den Innovationspark in Biel gehen sämtliche Preise an junge Büros. Zurecht.

Der Spielraum war zumindest städtebaulich beschränkt. Die geforderten Nutzflächen ergaben in Kombination mit Parzellengrösse und Masterplan quasi automatisch die Umrisse des Neubaus des Innovationsparks in Biel: ein langgestrecktes, fünfgeschossiges Volumen mit spitzer Ecke im Süden. Ohne Abstriche waren die Anforderungen offenbar aber auch so nicht zu erfüllen, empfahl die Jury in ihren Schlussbetrachtungen doch nicht nur eine Überprüfung des Raumprogramms, sondern regte auch Ausnahmeregelungen in der Gebäudehöhe und bei den Dachaufbauten an. Der latenten Überfrachtung des Raumprogramms scheinen denn auch die wenigen Mängel geschuldet, die die Jury im erstrangierten Projekt ausmacht und die sich vor allem in zu knapp bemessenen Erschliessungsflächen äussern. Ansonsten holt das Projekt aus dem beschränkten Gestaltungsfreiraum das Maximum an Architektur heraus, was heisst: einen charaktervoller Auftritt gegen aussen, eine innovative, ebenso klare wie räumlich reichhaltige Struktur im Innern. Gezeichnet wurde der prämierte Entwurf von einem jungen Architekturbüro mit dem rätselhaften Namen «Waldrap». Dahinter stehen Renate Walter und Sebastian F. Lippok (bei diesem Wettbewerb ergänzt um Felipe Rodriguez), die beide bis 2013 bei E2A gearbeitet haben. Die zum ikonischen style erhobene Strenge der Eckert’schen Architektursprache klingt auch bei Waldraps Entwurf an, in den kontrastreichen Schwarzweiss-Bildern genauso wie in der räumlich effektvollen Inszenierung der statischen Struktur. Dass eine solcherart «kräftige» Architektur gleichwohl offen und flexibel wirkt, gehört zu den Leistungen des Entwurfs, ebenso wie die Erfüllung des vom Auslober gewünschten Anspruchs, «dass die Unternehmensmission (Innovation, Anziehungspunkt für Talente, Orte des Austausches) im äusseren Erscheinungsbild sichtbar und im Inneren des Gebäudes erlebbar ist». Attraktive V...
Innovative Strukturen

Nomen est omen: Beim Wettbewerb für den Innovationspark in Biel gehen sämtliche Preise an junge Büros. Zurecht.

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