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Im Massstab der Industrie

Text: Marcel Bächtiger / 28.03.2018 09:39


Die gemeinnützige Wohnbaugesellschaft Logis Suisse möchte auf dem Areal der alten Coop-Verteilzentrale in Pratteln ein attraktives und lebendiges Quartier entwickeln, das den bestehenden Dorfkern um neuen urbanen Lebensraum ergänzt. Dazu beitragen sollen unterschiedliche Wohn- und Gewerbenutzungen sowie eine Schulanlage mit Dreifachturnhalle. Teile der bestehenden Gebäude bleiben erhalten. Die Logis Suisse beabsichtigt, ca. ¼ der neuen Wohnnutzung für das eigene Portfolio zu entwickeln und rund ¾ an Basler Wohngenossenschaften abzugeben. Diese sind als Entwicklungspartner bereits im Entwicklungsprozess eingebunden. Angestrebt wird ein «sorgfältiger Transfomationsprozess, welcher im Dialog mit Interessengruppen, breiter Trägerschaft und Institutionen zielführend geführt wird.»

Den städtebaulichen Studienauftrag hat das Team von Bachelard Wagner Architekten und raderschallpartner gewonnen. Wie die Jury schreibt, bilde die klare städtebauliche Setzung des siegreichen Projekts – städtischer Auftritt nach aussen, grosszügige Quartieranlage in der Mitte –  einen «robusten Baustein in einem im Wandel begriffenen Stadtteil Prattelns nördlich der Gleise». Gleichzeitig bildet die Möglichkeit der situativen Haltung an den Rändern beste Voraussetzungen für einen besonders guten Übergang zu angrenzenden Quartierteilen. Die Grossform als zentrale Idee des Beitrags wird von der Jury explizit gewürdigt: Das verfassende Team greife bewusst die Grossmassstäblichkeit der industriellen Vergangenheit auf und schreibe damit die Geschichte des Ortes fort. 

Wie die Veranstalter mitteilen, wird das vorliegende städtebauliche Konzept in einer nächsten Phase zum Richtprojekt weiterentwickelt, das als Grundlage für ein ordentliches Quartierplanverfahren dienen kann. Ein möglicher Baubeginn sei daher nicht vor 2022 zu erwarten, so dass die ersten neuen Bewohner frühestens ab 2024 einziehen.

Neues Quartier «Verteilzentrale», Pratteln

Städtebaulicher Studienauftrag für die Logis Suisse, Baden

Fachjury: Matthias Ackermann, Andreas Hofer, Sabina Hubacher, August Künzel, Fritz Schumacher

– 1. Rang: Bachelard Wagner Architekten, Basel, mit Raderschallpartner, Meilen

Weitere Teilnehmer:

– Schneider Studer Primas Architekten mit Atelier TP Tijssen Preller Landschaftsarchitekten

– Stump & Schibli Architekten mit Meta Landschaftsarchitektur

– Duplex Architekten mit Giger Nett Architekten und Müller Illien Landschaftsarchitektur

– Morger Partner Architekten mit Westpol Landschaftsarchitektur

– Müller Sigrist Architekten mit Albiez de Tomasi Architekten und Landschaftsarchitekten

– Office haratori mit Lorenz Eugster Landschaftsarchitektur und Städtebau

– Rolf Mühlethaler mit w+s Landschaftsarchitekten

– Luca Selva Architekten mit Rainer Zulauf Landschaftsarchitekt

– Diener & Diener Architekten mit Vogt Landschaftsarchitekten


Eine Gelegenheit, die Modelle und Pläne zu besichtigen, gibt es an der nächsten öffentlichen Führung auf dem Areal am 10. April (Anmeldungen über verteilzentrale@raum-auf-zeit.ch). Eine erweiterte Ausstellung ist im Rahmen des Eröffnungsfestes ab dem 2.Juni geplant.

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