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Visualisierung Eingangsseite: rechts und im Vordergrund der Bestand, im Hintergrund der siebengeschossige Neubau
Visualisierung Eingangsseite: rechts und im Vordergrund der Bestand, im Hintergrund der siebengeschossige Neubau

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Im Geist des ursprünglichen Entwurfs

Text: Marcel Bächtiger / 7.08.2017 17:50


Die Gemeinde Wallisellen wächst, und damit auch ihre Verwaltung: Innerhalb der letzten knapp 40 Jahre verdreifachte sich die Zahl der Gemeindeangestellten auf knapp 120 Personen. Das Gemeindehaus im Stadtpark, 1965-67 erbaut vom Architekturbüro Hertig Hertig Schoch, ist deshalb zu klein geworden. Ein Studienauftrag sollte Lösungen für eine «architektonische Weiterentwicklung am bestehenden Standort» aufzeigen.

Gewonnen haben jessenvollenweider architektur und Studio Vulkan Landschaftsarchitektur und mit einem Vorschlag, der die schützenswerte Anlage zur Gänze erhält und ihm in mimetischer Manier einen siebengeschossigen Neubau beifügt. Das ebenso stimmige wie stolze Ensemble gibt den Verfassern recht: Das Gemeindehaus ist mit Erweiterung besser als ohne. Nahtlos würde der «elegant proportionierte» neue Baukörper und sein Sockelbauwerk in die opulent geschichtete Komposition von Treppen und Plattern der Architektur der 1960er-Jahre eingebunden, lobt die Jury: «Eine aufwendige architektonische Sprache ist nicht notwendig. In der Gestaltung der Fassaden wird die Architektur von Hertig Hertig Schoch einfühlsam weiterentwickelt und auf die heutigen Produktionsbedingungen abgestimmt.»

Die Souveränität im kompositorischen Zusammenspiel von Alt und Neu tröstete die Jury darüber hinweg, dass die betriebliche Organisation – nicht zuletzt aufgrund der Beibehaltung der typischen Verbindung von Einzelbauten mit Vordächern – noch nicht überall überzeugen konnte. Zurecht verwies sie stattdessen auf die «bemerkenswerte Eigenschaft» des Projekts: ein neues Ganzes entstehen zu lassen, welches gleichzeitig «voll und ganz im Geiste des ursprünglichen Entwurfs verankert ist». 


Gemeindehaus Wallisellen

Studienauftrag für die Gemeinde Wallisellen

Fachjury: Adrian Streich, Beat Rothen, Rita Illien, Peter Baumberger

– 1. Rang: jessenvollenweider architektur, Basel, mit Studio Vulkan Landschaftsarchitektur, Zürich

Weitere Teilnehmer: 

– agps architecture, Zürich, mit Rotzler Krebs Partner Landschaftsarchitekten, Winterthur

– Fawad Kazi Architekt, Zürich, mit Hager Partner, Zürich

– Fiechter & Salzmann Architekten, Zürich, mit Vogt Landschaftsarchitekten, Zürich

– Müller & Truniger Architekten, Zürich, raumfalter, Zürich, und Harry van

der Mejis, Luzern, mit Lorenz Eugster Landschaftsarchitektur & Städtebau, Zürich

– phalt Architekten, Zürich, und Anderegg Partner, Zürich, mit Balliana Schubert Landschaftsarchitekten, Zürich

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Kommentare

Andreas Konrad

17.08.2017 11:09

Anders als z.B. sein grösserer Cousin, dem eleganten Stadthaus Uster (Giacometti) pflatscht das Walliseller Monstrum konzeptlos in die Gegend. Ein Musterbeispiel der biederen «Schweizer Moderne», die jedem einigermassen geschulten Auge als trostloses, ja hässliches Ding entgegenspringt. Statt sich nun mutig dem alten Teil zu entledigen, wird es zugebastelt, die seltsam anmutende Treppenlandschaft zum wichtigen Gelenk zwischen Turm und Ding. In einer Formensprache gehalten, die sich an keinerlei gestalterischen Prinzipien zu halten scheint - das «Agglokistli» par excellence: Ein Riegel als Basis, darauf ein unförmiger Brei und als Eingangszone die handwerklich falsch gemachte Erschliessung im Stil einer Tiefgarage. Der leichte Turm hebt die Hässlichkeit des Alten nur noch besser hervor. Eine verpasste Chance, der werdenden Stadt ein schönes Verwaltungszentrum zu verpassen.

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