Die Holzfassade bindet die verschiedenen Gebäudeteile zusammen.

Hunkeler Hürzeler gewinnen kleinen Wettbewerb

Für einen Ersatzneubau der Wogeno testet die Stadt Zürich erstmals ihr neues Verfahren «Kleinprojektwettbewerb». Gewonnen haben Hunkeler Hürzeler Architekten.

Die Stadt Zürich speckt ihr Verfahren für kleine Wettbewerbe ab. Für viele kleine Bauaufgaben ist der Aufwand eines ausgewachsenen Wettbewerbs nach Stadtzürcher Massstäben zu hoch. Das Verhältnis zwischen den Kosten für das Verfahren und der Bausumme stimmt nicht. Deshalb passt die Stadt ihr Vorgehen an. Das reduzierte Verfahren nennt sie «Kleinprojektwettbewerb». «Ziel ist, für kleinere Neubauprojekte ein faires und qualitätssicherndes Verfahren zu finden, dass angemessene Kosten generiert», erklärt Jeremy Hoskyn vom Hochbauamt. Für einen Wohnbau an der Felsenrainstrasse hat die Stadt das neue Werkzeug erstmals ausprobiert. Die Genossenschaft Wogeno ersetzt zwei Häuser in Seebach durch einen Neubau. Die Erstellungskosten belaufen sich auf rund 5 Millionen Franken. Die Stadt lud sechs Büros ein und trimmte den Ablauf von der Abgabe bis zum Bericht. Die achtköpfige Jury war kleiner als gewöhnlich. Auf ein Testprojekt und eine detaillierte Vorprüfung wurde verzichtet. Die Architekten müssen keine aufwändigen Kosten- und Energieberechnungen abgeben. Und statt in einem Jurybericht publiziert die Stadt das Resultat in einem einfachen Faltblatt.

Gewonnen haben den ersten kleinen Wettbewerb der Stadt Hunkeler Hürzeler Architekten aus Baden. Sie ersetzen die beiden bestehenden Häuser durch einen länglichen Neubau. Das Volumen ist in zwei Teile gegliedert und erinnert so an den Bestand. Ein offener Laubenbereich in der Mitte verbindet und erschliesst die beiden Gebäudehälften, er ist gleichzeitig privater Balkon und öffentlicher Treffpunkt. Es entsteht «eine unaufdringliche und attraktive Gemeinschaftlichkeit», schreibt die Jury. Die durchgehende Holzfassade bindet die Hausteile zusammen. Die Hülle erreiche mit bescheidenen Massnahmen eine starke Wirkung, lobt das Preisgericht. Die Wohnungen betreten die Bewohner über die Küche. Als Schaltstelle des täglichen Lebens sei diese eine Referenz an die Typologie der Bauernküche, meint die Jury. «Das Projekt überzeugt durch eine präzise Interpretation der Wohnformen im Geiste der Wogeno», urteilt sie weiter. Insgesamt verhelfe der gemeinschaftliche Aspekt dem Neubau zu einer starken Identität.

Ersatzneubau Wohnhäuser Felsenrainstrasse, Zürich

Kleinprojektwettbewerb auf Einladung mit sechs Architekturbüros für die Stadt Zürich im Auftrag der Genossenschaft Wogeno
– 1. Rang: Hunkeler Hürzeler Architekten, Baden
– 2. Rang: Andreas Zimmermann Architekten, Zürich
– 3. Rang: Rolf Mühlethaler Architekt, Bern
– 4. Rang: Guignard & Saner Architekten, Zürich
– ohne Rang: Ruppeiner Deiss Architekten, Zürich
– ohne Rang: Scherrer Valentin Architekten, Zürich

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Kommentare

Perret 31.08.2012 09:08
Mit Verlaub, schöne Grüsse vom Schönauring!
Sybille 01.09.2012 13:30
'Moral und Tradition', oder der neue 'Common Ground' der Stadtzürcher Architektur? Mit Verlaub, brauchts für sowas noch ArchitektInnen?
Keunert 03.09.2012 22:00
Learning from Knapkiewicz & Fickert wird deren Biographie heissen müssen. Das ist halt so beim abgespeckten Wettbewerb, da kann man nicht so mir nichts dir nichts die ganzen Ideen alleine stemmen.
Roger 04.09.2012 13:12
Und möchten Sie, Herren Architekten, auf einem solchen Balkon sitzen?
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