1. und 2. Obergeschoss der Fachschule Gesundheit in Luzern: wohltuende Einfachheit Fotos: Plan: Metron Architektur

Grundrisskunde: Atrium und Spiraltreppe

Unspektakulär soll sie sein, aber höchst flexibel. Die Schule, die Pflegefachpersonal aus- und weiterbildet, ist robust. Antti Rüegg und Nico Abt reden über Konzept und nennen die archetypischen Vorbilder.

Wir sind uns vorgekommen wie in einer Statikübung während des Studiums: Stützen-Platten-Konstruktion, aussteifender Kern – that’s it. Der Jurybericht sprach von einer wohltuenden Einfachheit. Wir wollten ein robustes Konzept, um neue Wünsche problemlos aufnehmen zu können. Trotzdem schaffen wir mit dem Atrium auch ein Herz der Anlage, wie es das Programm forderte. Der Bau liegt auf dem Areal des Luzerner Kantonsspitals an einer unspektakulären Strasse. Deshalb entwarfen wir ein unaufgeregtes Gebäude. Die Überraschung folgt mit dem viergeschossigen Atrium erst im Innern. Das Haus ist nicht nur aus wirtschaftlichen Gründen kompakt, die Nachbarbauten werden nah stehen. Laut Jurymitgliedern war die städtebauliche Setzung zum Personalhochhaus entscheidend.Strenges RasterWarum ein Quadrat? Unsere Schule in Villmergen ist im Grundriss auch quadratisch. Wahrscheinlich ist es der Wunsch nach Einfachheit, der uns nach dieser Form streben lässt. Hier ergab es sich auch aus dem Perimeter, immer in Kohärenz mit dem Raumprogramm. 40 m mal 40 m misst das Quadrat. Mit 7,3 m ist der Stützenraster wirtschaftlich, der umlaufende Zimmerkranz ist auch so tief. Der feinmaschige Fassadenraster von 182,5 cm ergibt sich aus den geforderten Raumgrössen mit 20, 40 und 80 m2 und soll neue Formen von Unterricht gut auffangen können. Ja, das Thema des Rasters hat auch etwas mit der Höheren Technischen Lehranstalt von Fritz Haller hier in Brugg-Windisch zu tun. Der Raum, der in der Mitte des Grundrisses übrig bleibt, teilen wir in einen Kern und in ein Atrium auf – ein Gegensatz von hohl und voll. Wichtig für das räumliche Erlebnis ist die repräsentative Spiraltreppe. Das Programm sah Lerninseln vor. Wir interpretieren sie als Lerntheke und stellen sie an die Längsseite des Atriums. Das belebt den im Raum. Viel Entwurfszeit haben wir für Lage und Ausformulierung des Atriums verwen...
Grundrisskunde: Atrium und Spiraltreppe

Unspektakulär soll sie sein, aber höchst flexibel. Die Schule, die Pflegefachpersonal aus- und weiterbildet, ist robust. Antti Rüegg und Nico Abt reden über Konzept und nennen die archetypischen Vorbilder.

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