Aussenansicht des Siegerprojekts Fotos: Seilerlinhart

Gestapeltes Hallenbad

Seilerlinhart Architekten gewinnen den Wettbewerb für das neue Hallenbad in Appenzell. Søren Linhart beantwortet unsere drei Fragen.



Was ist die Erfindung am Siegerprojekt?

Søren Linhart: Durch die vertikale Stapelung der einzelnen Nutzungen des Hallenbads entsteht trotz grossem Raumprogramm ein kompakter Baukörper mit einer differenzierten inneren Raumfolge. Resultierend daraus eröffnet sich dem Besucher über dem dienenden Garderoben- und Techniksockel eine lichte und offene «Badelandschaft» mit weiten und allseitigen Ausblicken auf die Umgebung. Über dieser befindet sich, das Bad nach oben abschliessend, das Wellnessgeschoss mit einer grosszügigen Panoramaterrasse.

Wie verhält sich das Projekt zur Umgebung?

Das Projekt reagiert mit seiner Platzierung innerhalb der Parzelle auf die verschiedenen Anforderungen des Orts. Zum einen besitzt der kompakte Bau einen möglichst geringen Fussabdruck. Neben optimierten Gesamtbaukosten werden dadurch grösstmögliche Aussenraumflächen freigehalten. Des weiteren entsteht durch die Setzung des Volumens in der Mitte der Parzelle ein respektvoller Abstand zum bestehenden Kindergarten, als auch ein neuer, öffentlicher Platz zur Umfahrungsstrasse. Die Grösse des Baus, die sich aus dem geforderten Raumprogramm ergibt, wird durch die polygonale Abwicklung der Fassade gebrochen und lässt diesen sich besser in die bestehende Situation integrieren.

Wo lagen die grössten Schwierigkeiten im Wettbewerb?
Das grosse Raumprogramm an diesem konkreten Ort war für uns die schwierigste Frage, die es zu lösen galt, aber auch wichtigster Ausgangspunkt für unsere Projektidee – der räumlichen Stapelung. Der definierte enge Kostenrahmen führte ausserdem immer wieder zur Diskussion um räumliche Grosszügigkeit versus Minimierung der Kubatur.

Ersatzbau Hallenbad, Appenzell

Studienauftrag im selektiven Verfahren mit fünf Teilnehmern (77 Bewerbungen) für die Hallenschwimmbad Appenzell AG

Weiterbearbeitung

Seilerlinhart Architekten, Luzern / Sarnen; Bauingenieur: Conzett Bronzini Gartmann, Chur; Haustechnik: Josef Ottiger + Partner, Emmenbrücke

Weitere Teilnehmer

– Cukrowicz Nachbaur Architekten, Bregenz

– Meier Hug Architekten, Zürich

– weberbrunner architekten, Zürich

– K&L Architekten, St. Gallen

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