Die Lobby im Erdgeschoss setzt sich im Aussenraum fort.

Gemeinsam genügsam

Auf einem der Grundstücke im Osten des Basler Erlenmattpark plant die Genossenschaft Zimmerfrei ihr erstes Wohnhaus. Buchner Bründler schlagen ein effizientes Holzhaus vor, das über eine Laube erschlossen ist.

Rund um den Erlenmattpark entsteht derzeit ein neues Stück Basel. Die Stiftung Habitat erwarb 2010 drei Baufelder im Osten des Parks, die sie unterteilt im Baurecht abgibt oder selbst bebaut. Auf einem der Grundstücke plant die Genossenschaft Zimmerfrei, die 2013 gegründet wurde, ihr erstes Wohnhaus. Das Projekt «StadtErle» hat sie partizipativ aufgegleist. Mit einem Wettbewerb suchte die Genossenschaft nun Lösungen für gemischte, genügsame und günstige Wohnungen. Die lokalen Architekten haben die Aufgabe offenbar besser verstanden. Alle drei Büros auf den Rängen kommen aus Basel, die drei Zürcher Architekten gingen leer aus.

Gewonnen haben Buchner Bründler mit einem effizienten Entwurf. Eine 4.5 Zimmer Wohnung misst 86 Quadratmeter. Alle Wohnungen sind über eine breite Laube erschlossen, die im Erdgeschoss Platz für einen gemeinschaftlichen Aussenraum schafft. Damit erreicht das Projekt eine Energiebezugsfläche pro Person von 41 Quadratmeter und liegt deutlich unter dem Grenzwert von 45 Quadratmeter. Das Gebäude ist als reiner Holzbau konzipiert, was bei der Jury offene Fragen bezüglich Brandschutz hinterlässt. «Der Grundriss überzeugt mit einer starken inneren Struktur», lobt die Jury. Eine Wandschicht, an der die Bäder liegen, läuft in der Mitte als Rückgrat durch das Haus. Manche Schlafzimmer sind der Jury allerdings zu schmal und mit knapp 10 Quadratmeter zu klein ausgefallen. Insgesamt lobt das Preisgericht, wie der Entwurf «das gemeinsame Wohnen und die individuelle Genügsamkeit» umsetzt. Es sieht darin beste Voraussetzungen, «um zu einem Vorzeigebau für nachhaltiges Wohnen zu werden».

Mehrfamilienhaus StadtErle, Basel
Projektwettbewerb auf Einladung mit sechs Teilnehmern für die Wohngenossenschaft Zimmerfrei
– 1. Rang: Buchner Bründler Architekten, Basel
– 2. Rang: Nord Architekten, Basel
– 3. Rang: Rahbaran Hürzeler Architekten, Basel
Weitere Teilnehmer:
– Adrian Streich Architekten, Zürich
– Pool Architekten, Zürich
– Jakob Steib Architekten, Zürich

Kommentare

Alexander 17.09.2014 11:08
Die Suche nach bezahlbaren Wohnraum ist nach wie vor im Gange. Es ist leicht 4 Zimmer auf 200 qm zu verteilen, auf 86 aber grenz an die Kunst. Wenn die Bedürfnisse der Bewohner befriedigt sind, können allerdings 86qm ein Paradis sein
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