Zur Stadt ist der Neubau viergeschossig, Richtung Spitalpark ragt das Bettenhochhaus in die Luft.

Funktional, aber nüchtern

Giuliani.Hönger Architekten gewinnen den Wettbewerb für die Erweiterung des Universitätsspitals Basel. Die Jury lobt den Neubau als klar und funktional, bemängelt aber die Nüchternheit des Entwurfs.

Giuliani.Hönger Architekten aus Zürich gewinnen den Wettbewerb für die Erweiterung des Universitätsspitals Basel. Mit dem Sieg schnappten sie den Auftrag Herzog & de Meuron weg, die es auf dem zweiten Rang schafften und die das neue Kinderspital in Zürich planen. Zürcher bauen also den Baslern, Basler den Zürchern das Spital. Das sorgt in Basel aktuell für Unmut. Giuliani.Hönger ersetzen fast alle Bauten des «Klinikums 2». Sie schlagen stattdessen einen ausgedehnten Baukörper vor, der mit fünf Höfen belichtet ist. Zum Spitalgarten hin ragt das Gebäude als markantes Bettenhochhaus hinauf. Der Wettbewerb forderte auch eine Strategie für die künftige städtebauliche Entwicklung. Für diese setzen die Architekten am Ende des Spitalgartes als Pendant zum Bettenturm ein weiteres Hochhaus für die Forschung. Das Projekt werte den Grünraum deutlich auf, urteilt die

Jury. Der Neubau sei «funktional wie räumlich stimmig mit dem Bestand verknüpft». Die Nutzungen seien im grossflächigen Bau «betrieblich richtig, oftmals sehr gut verortet und organisiert». Das Projekt überzeuge insgesamt durch seine Klarheit und Korrektheit, lobt das Preisgericht. Es bedauert aber, dass «die konsequente Sachlichkeit auch räumlich und atmosphärisch zu einer gewissen Nüchternheit geführt hat». So sei der Haupteingang zwar funktional gut gelöst, überzeuge aber architektonisch nicht restlos. Ähnliches gelte für die Haupterschliessungsachse. Die Jury wünscht sich hier einen entspannteren Umgang mit dem Grundraster oder eine andere Materialisierung.

Erneuerung Klinikum 2 Universitätsspital Basel

Zweistufiger Projektwettbewerb im selektiven Verfahren mit 19 Teams für das Unispital Basel
– 1. Rang: giuliani.hönger architekten, Zürich, mit Caretta + Weidmann Baumanagement, Zürich
– 2. Rang: Herzog & de Meuron, Basel, mit Grunder, Basel
– 3. Rang: SAM Architekten und Partner, Zürich
– 4. Rang: Darlington Meier Architekten, Zürich, mit GMS Partner, Kloten
– 5. Rang: HPP, Stuttgart, mit b+p baurealisation, Zürich
– 2. Stufe ohne Rang: gmp Generalplanungsgesellschaft, Hamburg
– 2. Stufe ohne Rang: Rapp Arcoplan, Basel; mit Butscher Architekten, Basel, Steinmann & Schmid Architekten, Basel

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