Modell mit den fünf Siegerprojekten und den drei Baufeldern, die bereits im Bau sind (obere Reihe: Baufelder 2, 4, 6 und 8; untere Reihe: Baufelder 1, 3, 5, 7) Fotos: Foto Basler und Architekten

Fünf Wettbewerbe gleichzeitig

In Aarau hat man für das Areal «Aarenau» fünf Studienaufträge gleichzeitig durchgeführt und juriert. ernst niklaus fausch, :mlzd, Kim Strebel, temperaturs extremas und das Büro B werden die fünf Baufelder bebauen.

Fast 60 000 Quadratmeter ist das Areal gross und eine der letzten Baulandreserven dieser Grösse in Aarau. Es gehört der Ortsbürgergemeinde, die es in acht Grundstücke unterteilt hat. Zwei davon hat sie verkauft, eines im Baurecht abgegeben. Sie werden zurzeit von den Architekten Schneider & Schneider, Aebi & Vincent und Metron bebaut. Die restlichen fünf Grundstücke sollen im Eigentum der Ortsbürgergemeinde bleiben, drei will sie selber bauen, zwei wiederum im Baurecht abgeben. Die Ortsbürgergemeinde hat sich für gute architektonische Gestaltung entschieden. Sie will eine Mischung aus Klein- und Familienwohnungen und aus preisgünstigen und gehobenen Mieten. Ein vorbildlicher neuer Stadtteil soll entstehen. 55 Architekturbüros hatten sich für die fünf parallel durchgeführten Studienaufträge beworben. Pro Baufeld durften jeweils vier Büros Projekte abgeben.
Auf Baufeld 2, in einer Ecke des Areals, gewinnen Ernst Niklaus Fausch mit drei winkelförmigen Bauten: Dreispänner, dreiseitige ausgerichtete Wohnungen, 15 Quadratmeter grosse Balkone, durchgrünte Gartenlandschaft im Innenhof. Auf Baufeld 5 schaffen :mlzd eine innere Strasse, die drei kammartig angedockte Bauten erschliesst. An dieser Erschliessung liegen nicht nur die Hauseingänge, sondern auch die Wasch- und Veloräume. Der Vorschlag hat die Jury laut Bericht «mit seiner eher unerwarteten städtebaulichen Ansatz» überzeugt. Es gefielen auch die abwechslungsreiche Erscheinung und die gut gestalteten Wohnungen. Philipp Kim und Thomas Strebel setzen sich mit einem Blockrand mit Innenhof durch, wie es der Gestaltungsplan für das Baufeld 6 vorgab. In den fünf Durchgängen liegen die offenen Treppenhäuser, an die auch die Aussenräume der Wohnungen angeschlossen sind. Damit besteht der Block aus fünf Häusern. Zwei sind jeweils identisch, im fünften bringen die Architekten sechs Reihenhäuser unter. Die Jury lobt die einfachen, aber gut funktionierenden Grundrisse.

Das spanische Büro temperaturas extremas gewinnt auf Baufeld 7 mit drei eigenwillig gestalteten Hausgruppen. Die verschiedenen Häuser sind in freier Form und asymmetrisch jeweils an ein zentrales Treppenhaus angedockt. Damit haben alle Wohnungen eine dreiseitige Ausrichtung. Der Jury gefielen die spielerische Architektur und die stimmungsvolle Gestaltung des Freiraums. Und das noch frei konzipierbare, flexible Wohnungskonzept verspreche ein Wohnen von hoher Qualität. Auf dem Baufeld 8 gewinnt das Büro B mit zwei Zeilenbauten. Sie bilden einen grosszügigen Innenhof. Nach Aussen sind die Fassaden ruhig, im Innern prägen  ausladende Balkone die Volumen. Das Projekt vermittle, so die Jury, eine attraktive, die Gemeinschaft fördernden Erschliessungsraum. Die Jury zeigt sich auch angetan von den räumlich interessanten und vielfältigen Wohnungstypen.

Aarenau, Baufelder 2, 5, 6, 7 und 8, Aarau

Nicht anonymer Studienauftrag im selektiven Verfahren mit vier Teilnehmern pro Baufeld für die Ortsbürgergemeinde Aarau
Fachpreisgericht: Rosmarie Müller-Hotz, Fritz Althaus, Hans Rohr, Martin Häggi, Felix Fuchs
Baufeld 2
Weiterbearbeitung:
– ernst niklaus fausch architekten, Aarau / Zürich
Weitere Teilnehmer:
– Abraha Achermann, Zürich
– Architekturbüro Miroslav Šik, Zürich
– Flury und Rudolf Architekten, Solothurn
Baufeld 5
Weiterbearbeitung:
– :mlzd, Biel
Weitere Teilnehmer:
– architektick, Zürich
– atelier dutch, Almere (NL)
– Felber Widmer Schweizer Architekten, Aarau
Baufeld 6
Weiterbearbeitung:
– Kim Strebel Architekten, Aarau
Weitere Teilnehmer:
– Fischer Architekten, Zürich
– Meletta Strebel Architekten, Zürich
– Schoop Architekten, Baden
Baufeld 7
Weiterbearbeitung:
– temperaturas extremas, Madrid
Weitere Teilnehmer:
– ATP kfp Architekten und Ingenieure, Zürich
– be baumschlager eberle, Zürich
– Dreier Frenzel, Lausanne
Baufeld 8
Weiterbearbeitung:
– Büro B Architekten und Planer, Bern
Weitere Teilnehmer:
– Morger + Dettli Architekten, Basel
– Rüdiger Lainer + Partner, Wien
– soppelsa architekten, Zürich (nicht abgegeben)

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