Zwei Treppenhäuser erschliessen neun Wohnungen Fotos: jessenvollenweider architektur

Figurales in einem Basler Hof

Eine Baugenossenschaft will in einem Hof 36 Wohnungen bauen. Standardisierte Grundrisse führten im Studienauftrag zu keinem guten Resultat. Ingemar Vollenweider erklärt seinen siegreichen Grundriss.

Die Aufgabe war besonders: Wir sollten im Studienauftrag ein Wohnhaus in einem Hof eines Blockrands entwerfen. Das Muster von öffentlich und privat dreht sich hier um. Privatheit existiert für den Neubau im Hof nicht mehr. Wir mussten sie neu generieren. Unsere Hypothese: Die grosse Fassadenabwicklung soll dafür sorgen, dass sich die Wohnungen auf sich selbst beziehen. An einzelnen Stellen bildet unser Grundriss dennoch fast eigene Höfe, und auch die Loggien erlauben einen Rückbezug auf die eigene Wohnung. Weiter soll die Form die Konfrontation mit der Nachbarschaft verhindern, wir reduzierten die zum Blockrand parallelen Fassaden auf ein Minimum. Zuerst versuchten wir es mit einer orthogonalen Systematik, standen aber ständig an. Eine offene Figur war die Lösung.Vier- und fünfspännig erschliessen zwei kompakte Treppenhäuser die neun Wohnungen auf jedem Geschoss. Trotzdem ist die kritischste Wohnung im Norden nach Osten orientiert und besitzt sogar ein Fenster nach Westen. Dass sich die dreieckige Parzelle im Norden zuspitzt, war Schwierigkeit und Chance. Keine Wohnung gleicht sich auf dem Geschoss, doch sind die Obergeschosse identisch. Es gibt Wohnungen, die sich in alle vier Himmelsrichtungen orientieren. Aus anderen Wohnprojekten wissen wir, dass Blicke in die Tiefe der Parzelle und durch die eigene Wohnung grosse Qualitäten haben. Wir haben zwei Welten: die grosse Figur, die sich vom Hof abgrenzt, und die Logik der einzelnen Wohnung.Weil wir schon in mehreren Wettbewerben für Wohnbaugenossenschaften gescheitert sind, dachten wir, wir seien dafür nicht geeignet. Der Kontrast von fliessendem Wohnraum zu privaten Zimmern bedingt grössere Flächen. Die kleinste Wohnung misst zurzeit 67 Quadratmeter, die grösste 110 – das ist durchaus sportlich für dieses Raumkonzept. Die Wohnungen sind seit dem Studienauftrag genossenschaftlicher geworden. Wir hatten mehr fliessende R...
Figurales in einem Basler Hof

Eine Baugenossenschaft will in einem Hof 36 Wohnungen bauen. Standardisierte Grundrisse führten im Studienauftrag zu keinem guten Resultat. Ingemar Vollenweider erklärt seinen siegreichen Grundriss.

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