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Ersatzneubau in Wollishofen: «Bescheiden und unauffällig»

Raumfindung Architekten gewinnen den Studienauftrag für den Ersatzneubau der Siedlung «Balberstrasse alt» in Zürich-Wollishofen. Beat Loosli beantwortet unsere drei Fragen.

Raumfindung Architekten gewinnen den Studienauftrag für den Ersatzneubau der ABZ-Siedlung «Balberstrasse alt» in Zürich-Wollishofen. Beat Loosli beantwortet unsere drei Fragen.

Was ist die Erfindung am Siegerprojekt?
Beat Loosli: Dank der städtebaulichen Setzung, kann das Projekt mehrheitlich dreiseitig orientierte Kopfwohnungen für Familien anbieten. Die Bauvolumen reagieren mit einem Splitlevel auf die Hanglage und ein feinmaschiges Wegnetz führt durch die einzelnen Häuser hindurch. Die volumetrischen Versätze verleihen dem Bauvolumen den quartiergerechten Massstab und der gewachsene Baumbestand kann mehrheitlich erhalten werden. Durch den bewussten Verzicht auf ein baugesetzliches Dachgeschoss sind die Wohnungen gleichwertig und entsprechen dem genossenschaftlichen Gedanken. Die mehrheitlich flurfreien Wohnungsgrundrisse garantieren bescheidenen Gesamtflächen und bringen den Projektvorschlag den Zielen der 2000-Watt-Gesellschaft nahe.

Wie verhält sich das Projekt zur Umgebung?
Das Projekt respektiert den vorliegenden Quartiercharakter und will die vorhanden Qualitäten trotz höherer Dichte erhalten. Jedes Haus wird strassenseitig über eine gedeckte Eingangshalle erreicht und kann rückwertig über einen Gartenausgang verlassen werden. Somit führt das feinmaschige Wegnetz durch die Häuser hindurch und bietet den Bewohnern viel Raum für Begegnungen. Die äussere Erscheinung der genossenschaftlichen Wohnüberbauung wirkt bescheiden und unauffällig. Ob die gewählte Zurückhaltung in der Fassadengestaltung als Stilmittel wirklich überzeugt, wird die Weiterbearbeitung zeigen.

Wo lagen die grössten Schwierigkeiten im Wettbewerb?
Der vorgegebene Masterplan für das Quartier Entlisberg fordert durchfliessende und grosszügige Aussenräume an der Balberstrasse. Das ambitionierte Raumprogramm und die energetischen Anforderungen verlangen jedoch grosse, kompakte Bauvolumen. Während dem Entwurfsprozess mussten einzelne Vorgaben der Bauherrschaft immer wieder gegeneinander abgewogen werden. Dem genossenschaftlichen Gedanken und der Entwicklung von lichtdurchfluteten Wohnungsgrundrissen wurde dabei stets die höchste Priorität beigemessen. In diesem Sinne lag die grösste Schwierigkeit nicht beim Erfinden einer «eierlegenden Wollmilchsau», sondern in der Bewertung der Wichtigkeit der einzelnen bauherrenseitigen Vorgaben. Im vorliegenden Fall resultiert nicht eine hervorragende Kompaktheit, sondern ein Projektvorschlag für genossenschaftliches Zusammenleben mit mehrseitig orientierten Familienwohnungen.

Studienauftrag Ersatzneubau «Balberstrasse alt»

Studienauftrag mit acht Architekturteams für die Allgemeine Baugenossenschaft Zü̈rich.
- 1. Rang: Raumfindung Architekten, Rapperswil, mit Andreas Geser Landschaftsarchitekten, Zürich, und Holzbauingenieur SJB Kempter Fitze, Herisau
- 2. Rang: Bosshard Vaquer Architekten, Zürich, mit Kuhn Landschaftsarchitekten, Zürich, Bakus, Zürich, Conzett Bronzini Gartmann, Chur, Ralph Eismann, Zürich, Gruber Forster, Zürich, Fabien Schwartz und Karin Gauch, Oberägeri
- 3. Rang: Esch Sintzel Architekten, Zürich, mit Schmid Landschaftsarchitekten, Zürich, Merz Kley Partner, Dornbirn, und NASKA, Zürich
- 4. Rang: Zimmermann Architekten, Aarau, mit Manoa Landschaftsarchitekten, Meilen, und Raumgleiter, Zürich
Weitere Teilnehmer:
- Ackermann Architekten AG, Basel
- Dietrich | Untertrifaller | Stäheli Architekten, St.Gallen
- Duplex Architekten, Zürich
- Andreas Zimmermann Architekten, Zürich

Kommentare

hans fischer 05.10.2011 22:06
........echt..?
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Ich kann das Bild nicht lesen