Visualisierung

Elegante Linien

Beim Autobahanschluss Bern-Wankdorf soll eine neue Brücke für den Langsamverkehr entstehen. Das prämierte Projekt verzichtet auf möglichst direkte Verbindungen und schlägt stattdessen eine geschwungene Promenade vor.

Die «künftige Ertüchtigung der Verkehrsanlagen im Raum Wankdorf», so der schöne Fachjargon des Bundesamts für Strassen (ASTRA), umfasst auch den Autobahnanschluss Bern-Wankdorf. Vom Umbau besonders stark betroffen ist dabei der Langsamverkehr. Um für Fussgänger und Velofahrer angenehme und sichere Verkehrsverbindungen zu schaffen, ist deshalb der Bau einer neuen Brücke geplant. Sie soll eine «eigene, unabhängige Führung des Langsamverkehrs» erlauben. Den eingeladenen Projektwettbewerb konnte das Team um die Ingenieure Conzett Bronzini und Diggelmann und Partner, Holzhausen Zweifel Architekten und Klötzli Friedli Landschaftsarchitekten für sich entscheiden. Ihr Projekt verzichtet auf möglichst direkte Verbindungen und schlägt stattdessen eine geschwungene Promenade vor. Damit gelinge nicht nur eine «elegante Linienführung», so die Jury, sondern auch eine «glaubwürdige Verbindung» der verschiedenen Freiräume.

Für die Projektverfasser stellt der Autobahnanschluss eine starke Zäsur dar, der für Bern wichtige Wohn-, Freizeit- und Grünräume voneinander trenne. Sie wollen die Langsamverkehrsbrücke daher nicht als Teil des «massiven und grossen Fahrbahnkonglomerats» verstanden wissen, sondern als Fortführung der geschwungenen Wegführungen in den angrenzenden Grünräumen: «Eine leichte Brücke, fein und zurückhaltend, mehr ein schwebender Fuss- und Veloweg zwischen den Grünräumen als eine technische Konstruktion. Ein angenehmer Weg, ohne grosse Steigungen, ohne Treppen, geräumig, übersichtlich, freundlich.» Das Preisgericht ist ihrer Argumentation gefolgt: Das sehr schön ausgearbeitete Projekt setze den grossmasstäblichen Verkehrsbauwerken eine Wegführung entgegen, die dem menschlichen Massstab und Bewegungsverhalten angemessen sei.

Langsamverkehrsbrücke Wankdorf

Projektwettbewerb für das Bundesamt für Strassen ASTRA
Fachjury: David Wetter, Rolf Mühlethaler, Roman Lehmann, Maurus Schifferli, Mario Fontana
– 1. Rang: Ingenieure: ARGE Sinus, Conzett Bronzini Partner, Chur und Diggelmann + Partner, Bern / Architektur: Holzhausen Zweifel Architekten, Bern / Klötzli Friedli Landschaftsarchitekten, Bern / Lichtplaner: nachtaktiv, Zürich
– 2. Rang: INGENI SA Genève, Carouge
– 3. Rang: IG LVB Wankdorf, c/o Emch + Berger AG, Bern
Weitere Teilnehmer:
– T Ingénierie SA, Genève
– WMM Ingenieure AG, Münchenstein
– ewp AG Effretikon, Effretikon

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