Überzeugten: Natürliche Materialien und moderne Klimatechnik unterm Satteldach. Fotos: Dunedin Arts Zürich (Visualisierung)

«Einfach bauen» gewinnt

Architekt Ivan Cavegn und Lehmbauer Martin Rauch gewinnen den Wettbewerb des Liechtensteiner ‹Haus der Nachhaltigkeit›. Ihr Projekt aus Holz und Lehm verbindet archaische Tradition mit zeitgenössischer Klimatechnik.


Die eigens gegründete Stiftung für Nachhaltigkeit gibt fünf Millionen Franken, die Liechtensteiner Gemeinde Ruggell stellt unentgeltlich und für 50 Jahre ein Grundstück im Baurecht zur Verfügung. Direkt neben dem örtlichen Pfarrhaus und -stall soll eine «Wirkstätte mit internationaler Ausstrahlung» entstehen, wo «im Bereich der Nachhaltigkeit tätige Organisationen» nebeneinander ihre Büros haben. Bislang als Mieter gesetzt sind die Internationale Alpenschutzkommission CIPRA und die Liechtensteinische Gesellschaft für Umweltschutz LGU. Das Ziel waren kurze Wege, die Kooperationen und den Kontakt mit der Bevölkerung ermöglichen sowie Impulse für Kreativität bringen. Unter dem Vorsitz von Hochparterre-Chefredaktor Köbi Gantenbein suchte die international besetzte Jury vergangene Woche ein umfassend nachhaltiges Haus, «also ein energetisch und ökologisch wegweisendes, nachhaltiges Suffizienz-Haus mit ausgezeichneter Architektur». Sie entschied sich für das Projekt des Teams Ivan Cavegn Architekten aus Schaan, in welchem auch der Vorarlberger Lehmbauer Martin Rauch und die Schaaner Holzbaufirma und Zimmerei Frommelt mitwirkten. Das Projekt «einfach bauen» überzeugte dank einer Platte aus Stampflehm mit einem darauf ruhenden 160 Tonnen schweren Kern. Rund um diesen Wärmespeicher, der eine Heizung weitgehend überflüssig macht, wird das Holzhaus errichtet. Doch nicht nur die natürlichen Baustoffe und die moderne Haus- und Klimatechnik, sondern auch der Ortsbau überzeugte die Jury: «Der hohe Bau mit dem steilen Dach gibt dem Haus für Nachhaltigkeit eine Adresse, das Ensemble Pfarrhaus, Pfarrstall und Neubau erhält dank des kleinen Fussabdrucks des Neubaus einen grossen Garten.»

Haus der Nachhaltigkeit
– Innovationswettbewerb und Projektstudie mit Präqualifikation
– Jury: Köbi Gantenbein (Chefredaktor Hochparterre, Jurypräsident), Ernst Büchel (Stiftung für Nachhaltigkeit, Vorsteher Ruggell), Andi Götz (Geschäftsführung Stiftung für Nachhaltigkeit), Annette Spiro (Architektin, Schweiz), Bernardo Bader (Architekt, Österreich), Jon Ritter (Präsident Liechtensteinische Ingenieur- und Architektenvereinigung), Denise Ospelt Strehlau (Amt für Bau und Infrastruktur Liechtenstein), Martin Büchel (Gemeinderat Ruggell), Sabine Erber (Energieinstitut Vorarlberg) Christoph Ospelt (Lenum AG, Liechtenstein), Karl Torghele (Präsident Österreichisches Institut für Baubiologie und Bauökologie)
– Ausstellung: Samstag 20. Dezember 2014, 10 bis 15 Uhr, Musikhaus Ruggell (Vertreter der Gemeinde und der Stiftung für Nachhaltigkeit vor Ort)

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