Neues Pfarreigebäude, neue Freitreppe und bestehende Kirche

Eine Kirche wird wieder sichtbar

Das Luzerner Büro Huber Waser Mühlebach gewinnt den offenen Wettbewerb für ein neues Pfarreigebäude in Ins. Die Architekten beantworten unsere drei Fragen.

Das Luzerner Büro Huber Waser Mühlebach gewinnt den offenen Wettbewerb für den Ersatzneubau des Pfarreigebäudes in Ins. Der respektvolle Vorschlag schaffe es, die Gesamtanlage zu klären und aufzuwerten, schreibt die Jury.

Die Architekten beantwortet unsere drei Fragen.
 

1. Was ist die Erfindung am Siegerprojekt?

Elemente der denkmalgeschützten Kirche - wie die Materialisierung in Sichtbeton und dem ursprünglichen Entwurf zugrunde liegende geometrische Formen - werden übernommen und beim Neubau in anderer Komposition und Interpretation umgesetzt. So entsteht ein erkennbar zusammengehöriges Ensemble aus beiden Bauten, das die öffentliche Nutzung mitten im Quartier sichtbarer macht als bisher.
 

2. Wie verhält sich das Projekt zur Umgebung?

Durch den Abbruch der bisherigen Bauten, welche die Sicht zur Kirche verstellten und diese über einen Verbindungsbau sogar berührten, wird die Anlage viel offener und einladender. Die Kirche steht nicht mehr in der gefühlten zweiten Reihe, sondern ist präsenter im Strassenraum und wird rundum erlebbar gemacht. Der neu eingeführte Ankunftsplatz auf Strassenniveau schafft einen angemessenen Aussenraum für den Antritt der Freitreppe, welche beide Niveaus miteinander verknüpft.


3. Wo lagen die grössten Schwierigkeiten im Wettbewerb?

Die beengten Platzverhältnisse und die faktisch durch das Programm und die Maximalhöhen vorgegebene Zweigeschossigkeit erforderten die Setzung eines präzisen Volumens, das den Spannungsbogen von der Öffnung des Kirchenplatzes zur Erfüllung des Raumprogramms schafft. Jedoch hat die Zweigeschossigkeit auch den Vorteil, dass beide Geschosse direkten Bezug zum Aussenraum haben, was dem Anspruch des Gebäudes als öffentlichen Ort Rechnung trägt.

 

Ersatz Pfarreigebäude St. Maria, Ins

Offener, anonymer Wettbewerb für die Römisch-Katholische Pfarrei St. Maria Ins 

Fachjury: Sibylle Thomke, Francesco Marchini, Lars Mischkulnig

– 1. Rang: huber waser mühlebach architekten, Luzern

– 2. Rang: Stereo Architektur. Zürich

– 3. Rang: Giulio Bettini Architekt und Atelier Penzis, Zürich, mit Sima Breer Landschaftsarchitektur, Winterthur

– 4. Rang: Lebenspol Architektur & Entwicklungen, Jona

 

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