Erdgeschoss: «Der Raum soll fliessen und nicht total funktional gegliedert sein», erklären die Architekten. Fotos: Aufgezeichnet von Andres Herzog

Ein reicher Kosmos, keine Klinik

Birchmeier Uhlmann Architekten planen in Basel eine psychiatrische Klinik für Kinder und Jugendliche. Wie baut man für junge Menschen, die psychisch krank sind? Urs Birchmeier und Anne Uhlmann erklären.

Die Kinder- und Jugenpsychiatrie in Basel ist auf sieben Standorte verteilt. Auf dem Gelände der Universitären Psychiatrischen Kliniken möchte der Kanton diese zusammenführen. Die Umgebung am Stadtrand ist heterogen: Im Klinikpark stehen pavillonartige Gebäude, die Schrebergärten sind kleinteilig, die Industriebauten grossmassstäblich. Wir versuchen, den Kindern und Jugendlichen einen geschützten Ort, ein geborgenes, neues Zuhause – auf Zeit – zu geben. Daher rücken wir den Neubau an den Rand der Parzelle, abgewandt vom Park. Das Volumen greift an mehreren Stellen in den Raum aus. So gliedern wir den Baukörper und definieren die Zonen um das Haus, etwa den Spielplatz. Dank seiner Ausrichtung wirkt dieser nicht als Teil des Parks, sondern als autonomer Raum. So will auch der Neubau nicht als Element der bestehenden Klinik gelesen werden, sondern als einer der Bauten entlang der Friedrich-Mischer-Strasse.Aussen und innen verschränkenDie beiden Wohngruppen der Kinder im Erdgeschoss sind Richtung Schrebergärten im Westen orientiert. Sie legen sich als L um die beiden Höfe. Jener im Süden ist begrünt und über den gedeckten Bereich mit dem Spielplatz verbunden. Den nördlichen Hof kann man nicht betreten. Er empfängt die Besucher beim Eingang mit einer Wasserfläche und gibt ihnen Einblick in die Klinik, die möglichst offen sein soll. Das Raumprogramm mit insgesamt drei Wohngruppen ist seriell aufgebaut. Unsere Strategie ist aber, die einzelnen Funktionen zu verweben. Stapelungen und gleichförmige Wiederholungen versuchen wir möglichst zu vermeiden. Wir wollen einen niedrigen Baukörper, der einen direkten Zugang erlaubt. Innen und aussen verschränken sich ineinander, damit die Kinder möglichst schnell ins Freie springen können. Die Architektur soll ihrem Bewegungsdrang gerecht werden. Die Abteilung für die Jugendlichen befindet sich im Obergeschoss, da man in ...
Ein reicher Kosmos, keine Klinik

Birchmeier Uhlmann Architekten planen in Basel eine psychiatrische Klinik für Kinder und Jugendliche. Wie baut man für junge Menschen, die psychisch krank sind? Urs Birchmeier und Anne Uhlmann erklären.

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